Vettel nimmt Kurs auf Pole Position in Monaco

Dank Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen räumte Ferrari beim Grand Prix von Monaco in Monte Carlo die Plätze eins und zwei ab.

Wer in Monte Carlo Ferrari unterstellt, das Ergebnis beeinflusst zu haben, vergisst: Vettel war der schnellere Mann, Räikkönen konnte nicht mithalten. Länger musste die Scuderia auf keiner Traditionsstrecke im aktuellen Kalender auf einen Erfolg warten. Nach der Zieldurchfahrt schrie Vettel seine Freude raus und funkte an die Box: "Ich habe alles gegeben, ich hatte ein fantastisches Auto, grazie". Dafür begann die Zeit der Boxenstopps: Und Vettel machte bei zwei megaschnellen Runden auf alten Reifen Zeit gut, nachdem Räikkönen vor ihm zum Reifenwechsel gekommen war. Während er nämlich seinen Kumpel und Stallkollegen Sebastian Vettel bereits mit einem passablen Abstand hinter sich gelassen hat, wird er zum Reifenwechsel an die Box gerufen. Sogar Reifenhersteller Pirelli hatte vor dem Rennen mitgeteilt, dass in Monaco wohl ausnahmsweise der spätere Stopp der klügere sein würde, da die neuen Pneus sehr langlebig sind und sich kaum abnutzen. Sie haben einen klasse Job gemacht. Vettel aber hatte an der Spitze längst das Kommando übernommen und fuhr den Sieg sicher nach Hause. Nico Rosberg, der zurückgetretene Weltmeister, zeigte als Interviewer Verständnis für dessen Gemütslage: "Ich weiss, wie sich das anfühlt". Zwar gibt es besonders in den sozialen Netzwerken heiße Diskussionen darüber, ob das Ferrari-Team seinen Sieg mit einer versteckten Stallorder begünstigt hat.

Der Respekt für den jeweils anderen, von dem Hamilton und Vettel in diesen Tagen beharrlich reden, speist sich vor allem aus den Leistungen auf der Rennstrecke. Als Dritter steht Red-Bull-Fahrer Daniel Ricciardo auf dem Siegerpodest.

- Erstmals nach 21 Rennen schaffte es kein Mercedes-Pilot auf das Podium. Natürlich macht der ehemalige Formel-1-Weltmeister auch Planspiele auf: "Als Fahrer bekommt man die Nachricht und fährt rein". 15 Minuten vor dem Rennen wurde die Prominenz wie üblich von der Start-Ziel-Geraden vertrieben, die Spannung stieg - und als die roten Ampeln ausgingen, blieb "Iceman" Räikkönen cool.

Nach verpatzter Qualifikation rettete er sich von Startplatz 13 immerhin auf Rang sieben und ergatterte noch sechs WM-Punkte.

Bei Mercedes begann gleich nach dem Qualifying indes die Aufarbeitung. Hamiltons Auto hatte auf der Strecke auf unliebsame Weise getanzt wie ein störrisches Pferd bei der Dressur. "Ich bin froh, wenn das vorbei ist", sagte er. "Wir sind bei einem Grand Prix mit einer so glorreichen Tradition wie in Monaco Erster und Zweiter geworden. Danach habe ich das Rennen kontrolliert", erklärte der Deutsche.

Doch die Taktik der Scuderia war dann doch zumindest verdächtig. Und der "Guardian" prophezeite: "Dieser Konflikt wird im positiven Sinne heißer, aber die Vermutung, dass Ferrari die Strategie beeinflusst hat, um das Ergebnis zu sichern, lässt auch einen kalten Krieg im Team vermuten".

Für bange Momente war gegen Ende des Rennens nach einem heftigen Unfall von Sauber-Pilot Pascal Wehrlein gesorgt.

Ausgabe: