Krawalle überschatten Start von G20-Gipfel

Bei dem Demonstrationszug gegen den G20-Gipfel wurden auch Wasserwerfer aufgefahren, sie blockierten den Demonstrationszug. Er verwies am späten Abend im Onlinedienst Twitter auf ein Interview der Kanzlerin vor dem G20-Gipfel. Erdogan kündigte in der "Zeit" an, er werde bei Merkel "das Problem des Terrors ansprechen". Kurz vor dem Gipfel wollten Merkel und Trump zusammenkommen, am Montag telefonierten beide über die strittigen Themen.

Eines der wichtigsten Themen für die Kanzlerin ist Afrika. "Viel zu diskutieren." Er werde die USA gut repräsentieren und für ihre Interessen kämpfen, schrieb er weiter.

In einem Tweet drückte Trump seine Freude über die anstehenden Treffen aus, "einschliesslich meines Treffens mit Wladimir Putin". Merkel will bei dem zweitägigen G20-Gipfel aber größtmögliche Gemeinsamkeit in der Klimapolitik erreichen. Trump hatte im April eine Untersuchung in Auftrag gegeben, die klären soll, ob Stahlimporte die nationale Sicherheit in den USA beinträchtigen. "Sie waren unglaublich und haben Ihre Arbeit toll gemacht". Wenn sich die anderen G20-Staaten in dem Kommuniqué zu Paris bekennen könnten, müsse den USA auch erlaubt werden, ihre Position in die Erklärung aufzunehmen. "Die Täter versuchten immer wieder die Tür des Rettungswagen aufzureißen und schlugen auf diese ein", erklärte die Polizei. Darin sprechen sich die Staats- und Regierungschefs vor allem für ein schärferes Vorgehen gegen Terrorfinanzierung aus. Washington unterstützt das Pariser Klimaschutzabkommen nicht mehr. Merkel zeigte sich dagegen skeptisch. Lösungen könnten deshalb nur gefunden werden, "wenn wir kompromissbereit sind, wenn wir uns aufeinander zubewegen, ohne aber uns - das sage ich ausdrücklich - zu sehr zu verbiegen". Auch für ein Votum zum Kampf gegen den Protektionismus und zur Wahrung eines regelgestützten internationalen Handelssystems ließ sich der US-Präsident gewinnen. Wenn es zu Schutzmaßnahmen komme, müsse das aber entsprechend der Regeln der Welthandelsorganisation geschehen. Sie macht sich keine Illusionen.

Anfang Mai hatte Merkel - damals noch optimistischer als heute - die schwierige Konsenssuche unter den G20-Partnern noch mit dem Satz beschrieben: "Da ist es fast einfacher, einen Sack Flöhe zu hüten, als dass man die Leute hier zusammenhält". Vor allem chinesische Stahlhersteller stehen am Pranger - allerdings auch bei der EU. Trump wirft ihnen vor, mit Dumpingpreisen seine heimische Industrie unter Druck zu setzen und erwägt Strafzölle.

Zentral in diesem Punkt ist die Frage der Stahlimporte. Außerdem regte er eine stärkere Anbindung der G20 an die Vereinten Nationen an. Dann war Schluss für die tausenden Menschen, die eigentlich gegen den G20-Gipfel am Freitag und Samstag protestieren wollten. US-Präsident Donald Trump hatte Anfang Juni den Ausstieg aus dem Klimavertrag angekündigt. Bisher sei ein Betrag von 325 Millionen Dollar eingesammelt worden, wie Weltbank-Präsident Jim Yong Kim sagte. Nach dem UN-Hilfeaufruf für 6,3 Milliarden US-Dollar liegen erst Zusagen über 35 Prozent vor. Vorbei ist die Auseinandersetzung zwischen Linksautonomen und Polizei jedoch noch lange nicht.

Etwa 1000 Vermummte hatten sich laut der Polizei am frühen Donnerstagabend, kurz nachdem der Protestzug in Bewegung kam, unter die rund 12'000 Demonstrierenden gemischt.

Mit gepanzerten Fahrzeugen wurden brennende Barrikaden weggeschoben. Doch die Polizei ging wie schon am Sonntag bei einem Protest-Camp auf der Elbhalbinsel Entenwerder vor und räumte mehrere Zelte von G20-Gegnern auf einer Grünfläche im Stadtteil Altona weg. Mehr als 250 Personen wurden festgesetzt. Diese Blockaden verliefen weitgehend friedlich.

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