Merkel setzt auf Fortschritte in Syrien und Ukraine bei G20-Gipfel

Als erstes Thema steht der Kampf gegen den Terrorismus auf der Tagesordnung.

Zuvor hatte EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker für den Fall neuer Strafzölle, wie sie die USA planen, rasche Gegenmaßnahmen angedroht.

Den ganzen Tag gab es aber auch friedliche Kundgebungen Tausender Gipfelgegner. Aber im Abschlusskommuniqué findet sich auch eine Formulierung, die nur als Zugeständnis an Trump und seine "America First"-Politik zu deuten ist". Doch in vielen und wichtigen Punkten konnten die Gipfel-Teilnehmer ihre Differenzen nicht überbrücken. Bis zum Abend bilanzierte die Polizei 71 Festnahmen. Die Unterhändler ("Sherpas") hätten in den Verhandlungen über die G20-Abschlusserklärung zum Handel "noch ein großes Stück Arbeit vor sich". Außerdem wurden Barrikaden, Mülltonnen und Holzpaletten angezündet.

Ein Polizeihubschrauber wurde den Angaben zufolge im Stadtteil Altona mit einer Leuchtrakete angegriffen.

Autos und Barrikaden brannten, Geschäfte wurden geplündert. Sie hatte zuvor versucht, einen sogenannten schwarzen Block von vermummten Linksautonomen aus der angemeldeten Demonstration "Welcome to hell" herauszuholen. Die Piloten seien geblendet worden und hätten Augenverletzungen erlitten. Auch für die Ausschreitungen am Rande des Gipfels wurde Merkel kritisiert. "Wer gewalttätig wird, der verhöhnt die Demokratie".

Die Klimapolitik ist ein Thema, bei dem von vornherein klar war, dass keine Einigkeit herrschen würde.

Merkel und Trump hatten im Hotel Atlantic zunächst für 20 Minuten unter vier Augen gesprochen.

Der russische Präsident Wladimir Putin hat nach Angaben von US-Außenminister Rex Tillerson im ersten persönlichen Gespräch mit US-Präsident Donald Trump jede Einmischung in die US-Wahlen 2016 abgestritten. Die russische Regierung hatte mit der Erklärung für Aufsehen gesorgt, Trump habe im Gespräch mit dem Kremlchef dessen Klarstellung akzeptiert, dass Russland sich nicht in den US-Präsidentenwahlkampf des Vorjahres eingemischt habe. "Im Gegenteil", sagte Gabriel den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Begleitet von heftigen Protesten hat in Hamburg offiziell das Treffen der 20 wichtigsten Industrienationen begonnen.

Beim ebenfalls strittigen Thema Klimaschutz hätten die allermeisten Redner sich zum Pariser Abkommen bekannt, aus dem Trump aussteigen will, sagte Merkel.

Im Kern, so erklärt es Merkel, stünden die G20 noch immer für eine Prämisse: "Durch gemeinsames Handeln können wir mehr erreichen als alleine". Auch die Weltbank stützt die Bundeskanzlerin. Die gegensätzlichen Positionen der USA und der anderen 19 Mitglieder ließen sich "wunderbar auseinanderhalten". Allerdings ohne Dissens zu "übertünchen". "Ich weiß, dass wir den Hamburgerinnen und Hamburgern einiges zumuten", sagte Merkel.

Die 19 Staats- und Regierungschefs des Paris-Abkommens stimmen zwar dem Hamburg Klima- und Energieaktionsplan für Wachstum der G20 zu. Beim G7-Gipfel Ende Mai in Italien war Trumps Isolation beim Klimaschutz auch in der Abschlusserklärung deutlich geworden.

Die wollen sich für freien Handel und Klimaschutz stark machen und so auch der Kanzlerin zum Erfolg bei dieser heiklen Runde in Hamburg verhelfen, die so wenig Übereinstimmung und Aufbruch verspricht. Zudem hätten sich die grossen Industrie- und Schwellenländer darauf verständigt, Protektionismus und unfaire Handelsbeschränkungen zu bekämpfen. Der Präsident lobte sich am Sonntag selbst für seine Haltung bei dem Treffen in Hamburg, bei dem er unter anderem die Abkehr Amerikas vom Pariser Klimavertrag bekräftigt hatte. Trump war in dem über einstündigen Gespräch konstruktiv, hört man aus dem engsten Regierungskreis.

Und so löste der G20-Gipfel in Afrika auch keine Euphorie aus. Dabei gab es im Stadtteil St. Zum Vorwurf, der Staat habe versagt, sagte Merkel: Der Einsatz der Polizei sei sehr sorgfältig geplant worden.

Bilanz der Hamburger Polizei: Bis Samstag um 10 Uhr wurden 213 Beamte verletzt.

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