Tödlicher Hubschrauberabsturz der Bundeswehr in Mali bringt von der Leyen in Bedrängnis

Die Piloten hätten nicht genug Erfahrung, um in Grenzsituationen die Hubschrauber voll beherrschen zu können. Hat ein Technikproblem ihren Tod verursacht? Die beiden Piloten hatten keine Überlebenschance. Er stieg auf, flog flach. Die Maschine war am Mittwochnachmittag nördlich vom Bundeswehr-Camp in Gao in Mali abgestürzt. Seit zwei Jahren sei das der erste Todesfall bei einem Auslandseinsatz des Bundeswehr.

Zwei Bundeswehrsoldaten kamen gestern bei einem Absturz eines Militärhubschraubers in Mali ums Leben. Seitdem halten sich 4000 französische Soldaten in der Region auf, um gegen die Islamisten zu kämpfen. Die Untersuchungen hätten gerade erst begonnen. "Der Routine-Flugbetrieb der Tiger-Kampfhubschrauber wird bis auf Weiteres generell ausgesetzt - auch in Mali".

Mit dem Tiger gab es immer wieder Probleme. Waren die Piloten zuvor ausreichend auf den Einsatz vorbereitet? Die Mission MINUSMA der Vereinten Nationen soll zur Stabilisierung Malis und zur Umsetzung eines Friedensabkommens beitragen. Der Pilot des zweiten Hubschraubers, der unmittelbar hinter der Unglücksmaschine flog, berichtete von einem plötzlichen Sturzflug ohne erkennbaren Grund.

Es kommt jetzt darauf an, die Ursache des Absturzes möglichst schnell und lückenlos aufzuklären. An Bord des Hubschraubers hätten sich zwei Personen befunden. Die übrigen drei dürfen nur noch im äußersten Notfall eingesetzt werden: wenn eigene Truppen unter Beschuss geraten. Der jüngere Soldat habe ebenfalls schon viele Jahre im Cockpit gesessen - er sei unter anderem am Standort Celle auf dem Vorgängermodell Bo 105 geschult worden und später nach Fritzlar zur Einsatzdivision gekommen.

Reinhard Schlepphorst, Chef der Piloten-Gemeinschaft der Bundeswehr, sagte gegenüber der Bild-Zeitung: "Unsere Tiger-Piloten haben nicht genug Erfahrung auf den vor Ort eingesetzten Maschinen, um in Grenzsituationen die Hubschrauber vollumfänglich beherrschen zu können". Um die Ausbildung der malischen Armee kümmert sich darüber hinaus die EU in einer weiteren Mission namens EUTM Mali. Der Tiger kracht auf den Boden, brennt komplett aus. Sein Rumpf ist zu etwa 80 Prozent aus Verbundwerkstoffen gebaut. "Das erleichtert bei der Arbeit zwar sehr viel, führt aber umgekehrt zu einer entsprechend höheren Anfälligkeit". Und hat das Ministerium dafür gesorgt, dass unter den extremen Einsatzbedingungen auch entsprechende Kapazitäten für die Wartung zur Verfügung stehen?

"Nicht todbringende Militäreinsätze führen zu Stabilität und Wachstum, sondern echte Entwicklungshilfe zum Aufbau lokaler Strukturen und Wirtschaftskreisläufe", sagte Wagenknecht, "das müsste eigentlich jeder spätestens nach den Erfahrungen in Afghanistan verstanden haben".

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