Trumps peinliches Kompliment an Madame Macron

Und ich werde wiederkommen. Doch Donald Trump wäre nicht Donald Trump, wenn er das Ganze nicht noch schlimmer machen würde: Anschließend drehte er sich zu Emmanuel Macron um und sagte diesem: "Sie ist in toller körperlicher Verfassung. Es wird mir eine Ehre sein". Dann wandte Trump sich an den neben ihn stehenden Macron, wiederholte das Kompliment über dessen Ehefrau und schob ein "wunderschön" hinterher. Beim G20-Gipfel in Hamburg hatten sich die beiden Präsidenten auch gut unterhalten. Am heutigen französischen Nationalfeiertag wird Trump als Ehrengast auf der Tribüne die Militärparade auf den Champs-Élysées verfolgen, an der sich auch amerikanische Soldaten beteiligen. Mit von der Partie sind diesmal die US-Truppen, die vor hundert Jahren an der Seite der Franzosen in den Ersten Weltkrieg eingetreten waren.

Drei Treffen innerhalb weniger Wochen.

Dennoch gibt es zwischen beiden auch Parallelen: Beide kamen als Außenseiter an die Macht und versprachen in ihren Wahlkampagnen einen umfassenden Wandel im Land, einen Bruch mit dem Status quo.

"Schön ist das", schloss er seine Ausführungen - jetzt wieder an Brigitte Macron gewandt. Sein Sohn sei ein "wunderbarer junger Mann".

Der Editorialist Nicolas Domenach ortet auch ein persönliches Eigeninteresse Macrons, indem er an dessen virilen Handshake mit Trump am letzten G7-Gipfel erinnert: "Der französische Präsident hat erkannt, welchen Nutzen er daraus ziehen kann, wenn er den Vorsteher der grössten Supermacht auf dem Gebiet der demonstrativen Männlichkeit herausfordert".

Es ist kein Geheimnis, dass Trump und Macron inhaltlich weit auseinander liegen. Dieser liegt bei 24 Jahren. "Wenn es keine Änderung gibt, ist es auch akzeptabel". "Wir kennen unsere Meinungsverschiedenheiten", sagte Macron.

Empfindlich war es in Frankreich aufgenommen worden, dass Trump vor ein paar Monaten verkündet hatte: "Paris ist nicht mehr Paris". Trump wird am Vormittag zunächst US-Diplomaten und Militärvertreter seines Landes treffen. Trump wollte beim Abschied Macrons Hand gar nicht mehr los lassen, zerrte so heftig an ihr, dass Macron einmal ins Stolpern geriet. Macron steht für Freihandel, Trump sympathisiert offen mit protektionistischen Maßnahmen. Und ein Magnet. Erst durfte Frankreichs Präsident am Donnerstag vor den Stufen des Élysée-Palasts Kanzlerin Angela Merkel mit Küsschen begrüssen, die einflussreichste Politikerin in Europa. Beide kritisieren Deutschlands Handelsüberschuss, zudem hat Macron versprochen, wie von der Nato gefordert, zwei Prozent des französischen Bruttoinlandsprodukts auf Militärausgaben zu verwenden.

"Wir wollen zusammenarbeiten, um wirksame Maßnahmen im Kampf gegen Dumping zu ergreifen", sagte Macron.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat bei den Feierlichkeiten zum Nationalfeiertag die Freundschaft zu den USA besonders gewürdigt.

Ausgabe: