Vor G20: Merkel empfängt Trump - Proteste weitgehend friedlich

Gewalt und Chaos auf Hamburgs Straßen - aber auch ein Hoffnungsschimmer nach dem ersten G20-Gipfeltag: Während Tausende gegen das Treffen der Staats- und Regierungschefs protestierten, verständigten sich die USA und Russland auf einen Waffenstillstand für den Südwesten Syriens. Der andere interessiert sich eigentlich nicht für multinationale Treffen und beschwert sich über die deutschen Export-Überschüsse. Das könne auch dem Wachstum in den betreffenden Ländern Impulse geben, sagte IWF-Chefin Christine Lagarde bei der Vorstellung des Projekts in Gegenwart von Trump und Merkel. "Da will ich gar nicht drumrum reden".

Auch im Streit über Formulierungen zur Klimapolitik zeichnete sich am Freitagabend noch keine Lösung ab. Die Sherpa genannten Unterhändler der Staats- und Regierungschefs "müssen noch einmal eine Nacht durcharbeiten", sagte Merkel mit Blick auf den Abschlusstext. Das endgültige G20-Communiqué soll am Samstagnachmittag verabschiedet werden.

Trotz all dieser Macho-Persönlichkeiten ist es der Kanzlerin gelungen, die verschiedenen Positionen auf dem Gipfel zu bündeln und überhaupt ein gemeinsames Abschlusspapier auszuarbeiten.

Kanzlerin Merkel und der türkische Präsident Erdogan haben sich am Abend in Hamburg zu einem einstündigen Gespräch getroffen.

Auch Putin stimmte in die Kritik ein. Merkel habe einen hervorragenden Job gemacht, obwohl sie von "einer ganzen Menge Leute" gestört worden sei, erklärte der US-Präsident offenbar mit Blick auf die gewalttätigen Proteste in der Stadt. Alle Teilnehmer hätten festgestellt, dass sich die USA aus dem Abkommen zurückgezogen hätten, aber auch, "dass die Arbeit daran fortgesetzt wird", sagte der Kreml-Chef. Merkel verurteilte die Gewalt: Diese sei "nicht zu akzeptieren", sagte sie.

Gegenwind bekam Trump auch von den aufstrebenden Volkswirtschaften. Unklar ist, ob Trump von den anderen G20-Mitgliedern beim Thema Klimaschutz isoliert wird.

In dem Entwurf erteilen die anderen G-20-Staaten Neuverhandlungen eine Absage, indem das historische Abkommen als "unumkehrbar" bezeichnet wird. Das G20-Treffen wäre nicht erste Fall, in dem die Kosten explodieren: Der G20-Gipfel im kanadischen Toronto 2010 war ursprünglich mit 180 Millionen Euro veranschlagt worden - am Ende stand unter dem Strich knapp eine Milliarde Euro; allein rund 400 Millionen Euro wurden für die Sicherheit fällig.

Es gehe darum, deutsche und europäische Interessen deutlich zu machen. Das sei bei Terrorpropaganda "zeitkritisch".

Mit Spannung wird auch das erste direkte Gespräch zwischen Trump und dem russischen Staatschef Wladimir Putin erwartet. Für Deutschland bedeute das einen raschen Kohleausstieg. erinnern Klimaschützer und Umweltorganisationen die Bundesregierung und rufen die Bundeskanzlerin auf, den deutschen Kohleausstieg nicht noch länger hinauszuzögern. So soll Kanadas Premier Justin Trudeau sein Kommen angekündigt haben. Inhalte wurden zunächst nicht bekannt. Trump und er hätten einander zugesichert, sich nicht in die inneren Angelegenheiten des Anderen einzumischen, sagte Putin weiter. Er hoffe, "dass positive Dinge geschehen". Merkel kann zufrieden sein, wenn der Hamburger Gipfel nicht im Fiasko endet, so wie unlängst die Spitzentreffen von Nato und der G7-Gruppe der wichtigsten westlichen Industriestaaten. "Wir wissen, dass die Zeit drängt". Ein Überblick über die wichtigsten politischen Themen des Gipfels. Europa soll nicht nur für Kriegs- und Armutsflüchtlinge, sondern auch für hochqualifizierte Einwanderer attraktiv sein.

Auch Juncker betonte: "Wir müssen deutlichere Akzente setzen". "Es wurden der Gedichte über Afrika jetzt genug geschrieben". "Wir sagen immer, dass die bewusste Regelübertretung Teil autonomer Politik sein muss", sagte Sprecher Andreas Blechschmidt.

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