Bestätigt: Erpresser vergiftet Babynahrung

"Es wäre vorschnell, schon eine komplette Entwarnung zu geben", sagte Polizeivizepräsident Uwe Stürmer. In der Erpresser-Mail erwähnt die Täterschaft konkret die vergiftete Babynahrung im Raum Friedrichshafen und kündigt weitere Taten an, ohne Produkte oder Orte zu nennen.

Bis Freitagabend waren rund 1 000 Anrufe und 200 Emails mit Hinweisen eingegangen, 200 Hinweise bezogen sich auf die gesuchte Person. Der Unbekannte hat damit gedroht, auch deutschland- und europaweit Lebensmittel zu vergiften, wenn er das Geld nicht bekommt.

Nach Angaben der Polizei in Konstanz finden bei vielen der eingegangenen Hinweise auf bestimmte Personen "umfangreiche Überprüfungen" statt. Am Donnerstag hatte die Polizei Fahndungsbilder eines dringend tatverdächtigen Mannes in einem Supermarkt veröffentlicht.

Auch auf der Facebook-Seite der Polizei Konstanz gibt es stetig neue Informationen. An dem Fall arbeitet eine Sonderkommission aus etwa 220 Ermittlern.

Der Täter kündigte an, weitere Lebensmittel zu vergiften - darum wendete sich die Polizei Konstanz jetzt mit dem Fall an die Öffentlichkeit.

Das soll der Gift Erpresser sein
Das soll der Gift Erpresser sein

Das Erpresserschreiben richtete sich den Angaben zufolge an mehrere Adressaten - einschließlich der Polizei.

Mittlerweile in den Sozialen Medien aufgetauchte Meldungen, wonach in einem Peiner Geschäft Lebensmittel vergiftet worden sein sollen, entbehren jeder Grundlage und können durch die Ermittlungen der Polizei nicht bestätigt werden. Der oder die Erpresser forderten den Ermittlern zufolge von Lebensmittelunternehmen und Drogerieketten in einer E-Mail einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag. Der Erpresser droht deutschlandweit großen Supermärkten und Drogerien - in Friedrichshafen am Bodensee wurden bereits vergiftete Lebensmittel gefunden.

Der oder die Unbekannten gingen skrupellos vor, sagte ein Polizeisprecher.

Die Polizei nimmt die Drohung ernst. Konkrete Unternehmen erwähnten die Ermittler nicht. Er dankte den Verbrauchern, die besonnen und aufmerksam reagiert hätten, und der Polizei für ihre professionelle Arbeit. "Die Verbraucher sollten nach wie vor beim Einkauf wachsam sein", sagte Polizeisprecher Markus Sauter.

Petra Mock vom Ministerium für ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg riet auf der Pressekonferenz darum zu erhöhter Aufmerksamkeit. Sie sollen mit Gift versetzte Gläser mit Brotaufstrich in mehreren Lidl-Filialen deponiert haben. "Wenn man das Glas öffnet, knackt es ganz deutlich". Denkbar ist zum Beispiel, dass Giftstoffe mit einer Spritze durch eine Verpackung hindurch in das Lebensmittel gelangt. Ansonsten werde er mit Gift präparierte Produkte in den Geschäften platzieren. Es ist sowohl farb- als auch geruchslos. Ist die Originalverpackung unversehrt, ist man sicher.

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