Friedensnobelpries 2017 für Ican: Wie reagieren die Atommächte?

Und das neutrale Österreich spielte dabei eine bedeutende Rolle.

Gegründet wurde die Organisation 2007 in Wien.

Engagierte Diplomaten loteten von Anfang an Kooperationsmöglichkeiten aus, allen voran Alexander Kmentt, der Österreich derzeit beim Politischen und Sicherheitspolitischen Komitee (PSK) der EU vertritt.

Gratulationen kamen aus aller Welt.

Nadja Schmidt, Obfrau der österreichischen ICAN-Sektion, erklärte gegenüber der APA, die Auszeichnung sei "ein Tribut für den jahrzehntelangen Einsatz der Zivilgesellschaft sowie für die Opfer von Hiroshima und Nagasaki und die Opfer von Atomtests". Was ist das für eine Organisation? Das habe man im Übrigen bei anderen Waffenarten wie Personenminen, biologischen und chemischen Waffen durchaus schon beobachten können. Wieder war Österreich an vorderster Front. Bislang größter Erfolg der Gruppe ist der Vertrag zum Verbot von Atomwaffen. Am 7. Juli 2017 stimmten 122 UN-Mitgliedsstaaten dem Vertrag zum Verbot von Nuklearwaffen zu. Sollten 50 ihn auch ratifizieren, tritt das Abkommen in Kraft.

"Die Folgen eines Atomschlags sind so verheerend, dass kaum einer darüber nachdenken will", sagte Beatrice Fihn, die 34-jährige Geschäftsführerin von Ican in Genf, vor der Preisverkündung. Die Nato indes schäumte.

Mit dem Vertrag schließen die Staaten eine völkerrechtliche Kluft. Dieser Vertrag über die Nichtverbreitung von Kernwaffen wird das hauptsächliche legale Instrument auf internationaler Ebene bleiben, um die nukleare Abrüstung voranzubringen und eine künftige Weiterverbreitung solcher Waffen zu verhindern. Und selten hat dieser Preis aktuell so sehr Sorge und Verunsicherung darüber widergespiegelt, dass die längst überwunden geglaubte Bedrohung des Friedens durch den Einsatz von Atomwaffen auflebt. Ican-Chefin Fihn schlug in dieselbe Kerbe.

Heftig kritisiert wurde das Nobelkomitee auch für die Preisverleihung 1994 an Palästinenserführer Jassir Arafat, Israels Premier Jizhak Rabin und Außenminister Schimon Peres. Bei der Vergabe an den gerade erst ins Amt gekommenen US-Präsidenten Barack Obama 2009 hatte das Osloer Komitee dessen "Vision und Arbeit für eine Welt ohne Atomwaffen" als herausragenden Grund genannt. Konkret nennt Wallensteen die Verantwortlichen für die Atomwaffen-Resolution der UN.

Mai 2010 Nach mehreren Jahren der Kampagne beginnt sich der Fokus der Ican zu wenden: Statt eine Konvention zum Verbot von Nuklearwaffen zu fordern, konzentrieren sich die Aktivitäten der Kampagne nun auf die Schaffung eines Vertrages.

Die langfristige Wirkung eines Atomwaffenverbots darf nicht unterschätzt werden. Ebenfalls fehlen die Nato-Länder.

Oberbürgermeister Jann Jakobs übersendete am heutigen Freitag, den 6. Oktober 2017 der Internationalen Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen (ICAN) seine besten Glückwünsche zum Friedensnobelpreis 2017:. Zum ersten Mal im Jahr 1901 am Todestag des schwedischen Erfinders und Industriellen Alfred Nobel, dem 10. Dezember. "Aber ein ganz kleines bisschen haben auch wir mitgewirkt", freut sich die Ican-Aktivistin, die aus Werdenberg (SG) stammt und seit Jahren in Genf lebt und arbeitet. Diese Ambivalenz wurde in der Gratulation der Bundesregierung offensichtlich: "Die Bundesregierung unterstützt das Ziel einer Welt ohne Atomwaffen", sagte eine Regierungssprecherin, fügte aber sogleich hinzu, die Regierung stehe zu ihrer Ablehnung des UN-Vertrags zum Verbot von Atomwaffen und halte am Konzept der atomaren Abschreckung fest.

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