IS reklamiert Gewalttat in Las Vegas für sich

Mit einem Dutzend sogenannter "bump stocks" hatte sich Las-Vegas-Attentäter Stephen Paddock eingedeckt und eines an dem Gewehr montiert.

Zug um Zug wurden die Details der Tragödie bekannt: Laut Polizei feuerte der Schütze am Sonntag gegen 22 Uhr (Ortszeit) vom 32. Stockwerk eines Hotel an der berühmten Casino-Meile aus auf Besucher des Konzerts.

Es passierte während eines Konzerts des Countrysängers Jason Aldean am weltberühmten Strip in Las Vegas (Nevada): Plötzlich peitschten Salven aus einem Sturmgewehr durch die Nacht. Tausende mussten mit ansehen, wie neben ihnen Menschen starben, von tödlichen Kugeln getroffen. Nach Polizeiangaben kamen 59 Menschen ums Leben, mehr als 500 weitere wurden verletzt. Es ist das schwerwiegendste Verbrechen in der neueren Geschichte der USA. Die Anlage entwickelte sich in den vergangenen Jahren zu einem Eventzentrum, das täglich mehrere Shows bietet.

Donald Trump bezeichnete die Todesschüsse von Las Vegas als "Akt des absolut Bösen". Die Notaufnahmen der Krankenhäuser gelangen an ihr Kapazitätslimit. Den Ärzten und Krankenpflegern bescheinigte er einen "unglaublichen" Job. Ein erweiterter Suizid, bei dem ein Mensch, dem nun sowieso alles egal war, einfach noch möglichst viele andere mit in den Tod riss? Über dem Hotel kreisten Hubschrauber, auf den Gängen standen Polizisten. Sheriff Lombardo wird zum Gesicht des Hilfseinsatzes.

Der Schütze postierte sich an zwei Fenstern, von denen aus er das Festivalgelände gut im Blick hatte.

"Wir sehen hier mehrere Mündungsfeuer auf der Nordseite des Mandalay Bay". Laut seinem Bruder war er geschieden und hatte keine Kinder. "Er hat die Waffen selbst ins Hotel gebracht". Ein Terroranschlag auf amerikanischen Boden würde den selbst ernannten Super-Präsidenten in die Bredouille bringen, erklären zu müssen, warum er die Vereinigten Staaten trotz aller vollmundigen Bekundungen nicht vor Angriffen der IS schützen kann. Das Weiße Haus erklärte nach den Schüssen von Las Vegas, eine Debatte über eine Verschärfung der Waffengesetze sei "verfrüht", bevor nicht die Hintergründe geklärt seien.

Das FBI hatte verlauten lassen, dass es keine Hinweise auf Verbindungen zum internationalen Terrorismus, also zu islamistischen Terrorgruppen, gebe. Die Schüsse aus dem automatischen Sturmgewehr hallen über den hell erleuchteten Platz, und die Konzertbesucher laufen hilfesuchend durcheinander.

Augenzeugen berichten von mehreren Toten: "Wir krochen über Tote", sagte die Konzertbesucherin Cari Copeland Pearson der Nachrichtenagentur dpa. Von 10 bis 15 Minuten ist die Rede.

Die Polizei hat die Zahl der Todesopfer nach den Schüssen von Las Vegas erneut nach oben korrigiert.

Es seien Hunderte Schüsse gefallen, sagte ein junger Mann dem Sender CNN. Männer und Frauen berichten, wie wenige Schritte von ihnen entfernt, Menschen von Kugeln getroffen werden. Das führte die Spezialeinheiten direkt zum Zimmer.

Das Zimmer hat er nach Auffassung von Experten sehr genau ausgesucht - von einem erhöhten Standpunkt aus, mit Hilfe von Podesten für seine Gewehre, konnte er so die Menge treffen. Das Motiv sei weiterhin unklar, jedoch handelte es sich um einen Einzeltäter.

Die Polizei suchte zwecks Befragung nach einer Frau, offenbar der Lebensgefährtin und/oder WG-Partnerin des getöteten Schützen: Marilou Danley (62).

Paddock zeigte sich bisher als weitgehend unbescholtener Bürger. Laut Polizei sollten sie Paddock beim Eintreffen von Polizisten vorwarnen.

Die Polizei geht davon aus, dass Paddock allein handelte. Der "New York Times" zufolge hatte Paddock am Donnerstag eingecheckt und für die kommenden drei Tage das "Nicht stören"-Schild an seiner Tür gehabt". Auf die Frage eines Journalisten, ob er das Bekenntnis der Dschihadistengruppe für echt halte, sagte Trump an Bord der Präsidentenmaschine Air Force One: "Ich habe keine Ahnung". Er erntete keinen Widerspruch. Die Amerikaner müssten jetzt zusammenstehen.

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