Rentner Jupp Heynckes springt ein

München - Bayern München zaubert in seiner Trainernot offenbar noch einmal Jupp Heynckes aus dem Hut. Denn der deutsche Rekordmeister hat einen Nachfolger für den in der Vorwoche entlassenen Carlo Ancelotti gefunden. Die Trainer-Legende trainierte den FC Bayern bereits dreimal höchst erfolgreich. Wie dem auch sei: Der Meister würde mit der Zwischenlösung Heynckes Zeit für eine systematische, kluge Trainersuche gewinnen, ohne den aktuellen sportlichen Erfolg zu gefährden und neues Konfliktpotenzial aufzubauen. Zudem holte er 1979 als Co-Trainer mit Borussia Mönchengladbach den UEFA-Cup.

Heynckes, der nach mehreren Stationen in Spanien und Portugal "Don Jupp" gerufen wurde, gilt als Spielerversteher, zu vielen Profis hatte er ein fast väterliches Verhältnis. Als Persönlichkeit und Fachmann ist Heynckes auch mit 72 Jahren noch ein Ass. 2011 folgte er dem Hilferuf von der Säbener Straße, nachdem Louis van Gaal in seinem Größenwahn mehrmals gegen das Grundgesetz des FC Bayern verstoßen hatte. Schon beim nächsten Heimspiel gegen Freiburg (14.10., 15.30 Uhr bei und im BILD-Liveticker) soll der Triple-Trainer auf der Bank sitzen. Dem Schweizer Boulevard-Blatt "Blick" sagte er, dass er für die Rettungsmission nicht kontaktiert worden sei, denn "Uli Hoeneß weiß ganz genau, dass ich nicht mehr will". Bei Thomas Tuchel verhält es sich nochmal anders. Einem Spiel, in dem den Mücnchern ohne ihre alternden Stars Arjen Robben und Franck Ribéry auf internationalem Parkett deutlich die Grenzen aufgezeigt wurden. Nun brauchte Hoeneß Hilfe - und Heynckes steht auf der Matte.

Von den Saisonzielen mit dem Verein abgesehen, ist ja auch fast jeder beim FC Bayern Nationalspieler und kämpft um einen Platz bei der WM im kommenden Sommer. Auch das Magazin "Kicker" sieht Heynckes als Kandidaten für den Posten.

Eine Heynckes-Lösung bis Saisonende deutet darauf hin, dass die Bayern dann Julian Nagelsmann verpflichten wollen. Davon abgesehen, dass eine langfriste Zusammenarbeit ohnehin schwierig geworden wäre zwischen dem eigenwilligen Tuchel und den untereinander zuletzt immer öfter voneinander abweichenden Machtmenschen Hoeneß sowie Rummenigge. Eigentlich hatte er sich nach dem Triple-Gewinn 2013 in die Pension verabschiedet.

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