Sturm Xavier: Bahn stellt Verkehr in Norddeutschland komplett ein

Ein weiterer Mensch kam bei Müllrose ums Leben. Zwar sei die Strecke Berlin - Leipzig ist seit dem Vormittag mit Einschränkungen wieder befahrbar, teilte die Bahn am Freitag mit. Die Einstellung des Verkehrs könnte sich auf das gesamte Netz der Deutschen Bahn (DB) auswirken, sagte ein Sprecher.

Für Freitagmorgen sollten Fernreisende eher Geduld als Hoffnung auf schnelle Besserung mitbringen. Der Sprecher rät Reisenden deutschlandweit, sich mithilfe der App der Deutschen Bahn über Ausfälle und Verspätungen am Freitag zu informieren. Die Berliner Feuerwehr arbeitete zwischen 16 Uhr und 19 Uhr 705 Einsätze ab. An der Nordsee kommt es zu Sturmböen.

Aus Basel und München kommende ICE fahren nicht bis Hannover, Hamburg oder Berlin, sondern wenden bereits in Kassel-Wilhelmshöhe.

In Hamburg starb eine Frau, deren Auto von einem umfallenden Baum getroffen wurde. Das Opfer hatte als Beifahrerin darin gesessen. Ein 72 Jahre alter Mann wurde bei Hoppegarten von einem Baum erschlagen, als er Äste von einer Straße entfernen wollte. In Berlin berichtete die Feuerwehr von einem Toten und einem schwer verletzten Menschen in einem Auto im Stadtteil Tegel.

Zumindest in Berlin war der Sturm am späten Abend schon wieder vorübergezogen - und der Himmel zeigte sich plötzlich von seiner schönsten Seite. Die S-Bahn kann derzeit zwischen Harburg und Stade nicht fahren, der Metronom verkehrt nicht mehr zwischen Hamburg und Stade.

Allein in Hamburg habe die Feuerwehr in zwei Stunden mehr als 700 sturmbedingte Einsätze gehabt, sagte ein Sprecher. Insgesamt waren es demnach etwa 20 solcher "Übernachtungszüge" bundesweit. Die Berliner Feuerwehr rief den Ausnahmezustand aus. Die Schlossgärten in Berlin und Brandenburg bleiben bis mindestens Montag geschlossen. Am Donnerstag wurde der Verkehr ab 14.15 Uhr in ganz Niedersachsen komplett eingestellt. Ein durchgehender Bahnverkehr sei unmöglich geworden, begründete die Deutsche Bahn ihren Schritt. An der Küste und im Bergland wird es stürmisch.Am Sonntag zeigt sich der Himmel im Süden den ganzen Tag über bedeckt und es regnet wieder.

Umgestürzte Bäume und Schilder, Äste, die auf Gehwegen und Straßen liegen und Chaos auf den Straßen - Sturm Xavier hat Bremen fest im Griff.

Lange Schlangen am Freitagvormittag im Hauptbahnhof von Hannover. In Hamburg waren die S-Bahn sowie einige U-Bahn-Linien vom Orkan betroffen, auf allen oberirdischen Strecken galt ein Tempolimit von 40 km/h.

Die Berliner Flughäfen stellten vorübergehend die Abfertigung ein. Die Rettungskräfte forderten die Menschen auf, sicherheitshalber zu Hause zu bleiben. Die ersten Züge fahren inzwischen wieder.

Mancherorts fiel der Strom aus.

In Mecklenburg-Vorpommern waren am Freitagnachmittag noch rund 4000 Kunden ohne Strom. Das gelte auch für Fahrkarten mit Zugbindung, teilte die Bahn mit. Am Donnerstag waren zeitweise 35.000 Menschen ohne Strom. Die Flughäfen stünden in ständigem Kontakt mit dem Deutschen Wetterdienst (DWD) und der Flugsicherung. Es seien keine orkanartigen Böen mehr zu erwarten. Die Schäden dürften in die Millionenhöhe gehen.

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