Sturm "Xavier": Vier Todesopfer, kein Zugverkehr und umgestürzte Kräne

Die Deutsche Bahn stellte in Sachsen-Anhalt und dem Großraum Leipzig den Betrieb komplett ein. Es gebe einen Rückstau von Zügen, die zum Beispiel nicht nach Hamburg fahren könnten.

In zahlreichen Städten sassen Reisende daher die ganze Nacht über an den Bahnhöfen fest. Am Südkreuz und Hauptbahnhof stellte die Bahn leere Schlafwagen bereit, in denen sich gestrandete Passagiere im Warmen aufhalten konnten. Und wer auf den Regionalverkehr der Bahn angewiesen war, kam gleichfalls nicht weg. Tina Alfes ist vor Ort.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat eine Unwetterwarnung herausgegeben.

Ein unberechenbarer "Schnellläufer" Ein Sturm wie "Xavier" ist eine meteorologische Besonderheit. Vor allem in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern sind von gestern bis heute Abend bis zu 50 Liter pro Quadratmeter drin. "Xavier" heißt er und wirbelte heute den Donnerstag kräftig durcheinander.

Am Flughafen Paderborn-Lippstadt konnte eine Maschine aus München sturmbedingt nicht landen.

Auch einige Flugverbindungen von und nach Bremen und Hannover fielen aus. Die Feuerwehr Dollern rüstet sich jetzt aus und wird in Kürze beginnen, dir Bäume von den Gleisen zu räumen.

In Wilhelmshaven wurde ein rund 1000 Tonnen schwerer Hafenkran aus den Angeln gehoben und stürzte ins Fahrwasser der Jade. Keller stünden unter Wasser, Bäume seien unter auf Straßen gefallen. Auf zentralen Bahnstrecken wie der zwischen Berlin und Hamburg sowie Berlin und Hannover wurde der Verkehr eingestellt.

Die Fährverbindung zwischen Vegesack und Lemwerder ist aufgrund von Hochwasser seit dem Nachmittag eingestellt. Fünf Katamaran-Verbindungen nach Borkum seien abgesagt worden, berichtete der NDR.

Uhr: Bei dem schweren Sturm im Land Brandenburg sind am Donnerstag zwei Menschen ums Leben gekommen. Orkanböen der Stärke 12 hätten den auf Schienen laufenden Kran am Mittag angehoben, gedreht und umgekippt. In Bremerhaven rammte ein beim Sturm losgerissener Schwimmkran zunächst einen Fischtrawler und danach eine Mega-Yacht. Die linken, inneren beiden Fahrstreifen der Stadtautobahn A 100 musste wegen des Unfalls zwischen dem Autobahndreieck Charlottenburg und Spandau in beide Richtungen gesperrt werden. Wie die Polizei mitteilt, fuhr ein Autofahrer aus Gemünden gegen 14.15 Uhr mit seinem Ford Fiesta frontal in einen vom Sturm umgeknickten Baum. In Bremen meldete die Polizei in kurzer Zeit rund 200 Einsätze. Bäume wurden entwurzelt, Äste abgerissen, Ziegel abgedeckt. Einer der Bäume krachte in eine Oberleitung, sodass der Straßenbahnverkehr eingestellt wurde. Die Stadt sperrte die Umgebung. Erst heute Morgen hat sich das kleine Tief über den Britischen Inseln gebildet und wird heute Abend auch schon wieder nach Polen abziehen. Der öffentliche Nahverkehr in der Hauptstadt brach für mehrere Stunden zusammen. Bei Gewittern sind orkanartige Böen möglich. Auch in der Region stürzten Ziegel von den Dächern. Menschen seien aber nicht verletzt worden. Der Rest der Woche wird daher wechselhaft und kühl. Aber das ist dann insgesamt nix Wildes mehr.

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