Auch seine Daten waren betroffen

Greg Walden, der Vorsitzende des Ausschusses, bezeichnete die Enthüllungen über den Datenskandal um Cambridge Analytica, das sich illegal Zugriff auf die Daten von 87 Millionen Facebook-Nutzern verschafft hatte, als "zutiefst beunruhigend". So sagt Zuckerberg auch bei der Anhörung vor dem Repräsentantenhaus: Der soziale Netzwerk will "relevant" sein für Werbetreibende.

Durbin fragte weiter: "Falls Sie jemandem in dieser Woche geschrieben haben, würden Sie mit uns die Namen der Leute teilen, die Sie kontaktiert haben?"

Der Entwickler einer Umfrage-App hatte vor mehr als vier Jahren Informationen von Nutzern illegal an die Analyse-Firma Cambridge Analytica weitergereicht.

Verantwortung. "Wir haben die Dimension unserer Verantwortung nicht vergegenwärtigt, und das war ein großer Fehler", sagte er reumütig. Mittels eines solchen Miniprogramms waren die von Cambridge Analytica verwendeten Daten nämlich abgefischt worden. Dazu hatte er in seiner Mappe notiert: "Sag nicht, dass wir schon machen, was die EU-Datenschutzrichtlinie verlangt" ist deutlich zu lesen.

Zuckerberg betonte zudem erneut, dass er bei Regulierungsmaßnahmen kooperationsbereit ist. Die Europäer hätten "die Dinge richtig gemacht". Werde Facebook sein Geschäftsmodell ändern "im Interesse, die individuelle Privatsphäre der Nutzer zu schützen?", wollte Eshoo etwa wissen. Als Zuckerberg nach einer Alternative für Facebook-Nutzer gefragt wurde, sagt er, der durchschnittliche Amerikaner benutze acht verschiedene Kommunikations-Apps.

Letzten Endes drohten die Senatoren Facebook am Ende der Anhörung zwar mit strengeren Regeln.

"Diese Chance sollten auch europäische Abgeordnete haben", sagte Jourova am Mittwoch in Brüssel. Nach den Äußerungen Zuckerbergs sei dies "gut erledigt". "Wir schalten Werbung, Herr Senator", soll Zuckerberg deshalb erklären gemusst haben. Die Fragen drehten sich unter anderem um die Datensammlung außerhalb der Facebook-Plattform und bei Internet-Nutzern, die nicht Mitglieder des Online-Netzwerks sind.

Fünf Stunden lang musste sich Mark Zuckerberg den Fragen im US-Senat stellen. Mehrere Abgeordnete und auch Parlamentspräsident Antonio Tajani hatten Zuckerberg angesichts des aktuellen Datenskandals bereits dazu aufgefordert, ins EU-Parlament zu kommen. Facebook hat bisher noch nicht offiziell auf die Einladung geantwortet. Mark Zuckerberg hielt harten Fragen im US-Kongress stand, blieb aber Konkretes schuldig. Und ob ein Unternehmen samt seiner KI überhaupt die Instanz ist, die entscheiden sollte, ob ein Inhalt legal oder rechtswidrig ist. Schließlich ist sein soziales Netzwerk neben Google wohl am aktivsten weltweit, was das Verfolgen von Nutzeraktivitäten im Netz betrifft. Doch befinde sich Facebook dabei im "Rüstungswettlauf" mit Russland, das seine Instrumente ständig zu verfeinern suche.

Für Zuckerberg und seinen Konzern stand bei der Anhörung enorm viel auf dem Spiel: Der Datenmissbrauchsskandal berührt den Kern des Geschäftsmodells von Facebook, das auf massiven Datensammlungen über seine Nutzer beruht.

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