Experte entschlüsselt Trumps Trick zu Syrien-Angriffen

"Das hat wenig mit Syrien, aber viel mit dem innenpolitischen Druck auf Trump hier in Washington zu tun", sagte Trittin, der sich am Mittwoch zu politischen Gesprächen in Washington aufhielt. Trump hatte bereits vor einem Jahr als Vergeltung für einen tödlichen Chemiewaffenangriff in der Kleinstadt Chan Scheichun einen syrischen Luftwaffenstützpunkt bombardieren lassen. "Alle Optionen sind auf dem Tisch".

Wegen eines mutmaßlichen Giftgaseinsatzes auf die syrische Stadt Duma in Ost-Ghuta hatte US-Präsident Donald Trump mit einem Raketeneinsatz gegen Syrien gedroht. Darunter sind zwei konkurrierende Entwürfe Russlands und der USA zur Frage, wie der Einsatz von Chemiewaffen in Syrien untersucht werden soll. Doch wenn ein solcher Angriff Assad wirklich davon abschrecken sollte, weiterhin Menschen wie Ungeziefer zu vergasen, dann dürfte er sich nicht auf die symbolische Zerstörung zuvor geräumter Kasernen oder leerer Flugzeughangars beschränken - er müsste gezielt die militärischen Nervenzentren des Regimes angreifen. Sie hat für diesen Donnerstag eine Sondersitzung ihres Kabinetts einberufen.

Im Syrienkrieg ist Russland die wichtigste Schutzmacht von Präsident Baschar al-Assad. Die britische Premierministerin Theresa May habe den Angriff vom 7. April als "schockierend und barbarisch" verurteilt, erklärte eine Sprecherin. Moskau will in diesem Fall die Abschussvorrichtungen attackieren. Oppositionsführer Jeremy Corbyn hat eine Einbeziehung des Parlaments gefordert.

In Washington sagte US-Verteidigungsminister James Mattis, endgültige Beweise für den Chemiewaffeneinsatz der syrischen Regierung würden noch gesucht.

Die syrische Armee und ihre Verbündeten sind in volle Alarmbereitschaft versetzt worden. "Wir arbeiten noch daran".

"US-Präsident Donald Trump und auch Emmanuel Macron haben deutlich gesagt, dass die rote Linie überschritten sei", so der Experte weiter.

Der russische Außenminister Lawrow hat den vermuteten Chemiewaffen-Einsatz in Syrien als Erfindung dargestellt. "Mach dich bereit, Russland, denn sie werden kommen (.)", schrieb Trump über den Kurznachrichtendienst Twitter. So schrieb er, der schlechte Zustand der amerikanisch-russischen Beziehungen sei zu einem Großteil auf die Ermittlungen wegen der mutmaßlichen russischen Einmischung in die US-Wahl von 2016 zurückzuführen. Sonderermittler Robert Mueller ist der umstrittenste von allen, mit Ausnahme des stellvertretenden Justizministers Rod Rosenstein. Die syrische Armee evakuierte offenbar mehrere Gebäude in Damaskus. Der russische Botschafter Sassypkin erklärte laut der Agentur Interfax im libanesischen Fernsehen: "Sollte es einen Angriff von Seiten Amerikas geben (.), werden die Raketen abgeschossen und die Objekte angegriffen, von denen sie abgefeuert wurden". Moskau droht, Flugzeuge der US-Verbündeten ins Visier zu nehmen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat eine deutsche Beteiligung an einem Militärschlag gegen Syrien ausgeschlossen. Die europäische Luftfahrtbehörde Eurocontrol rief Fluggesellschaften zur erhöhter Vorsicht bei Flügen in der Nähe des syrischen Hoheitsgebietes auf. Einerseits könne in einem isolierten Schlag eine einzelne Militärbasis zerstört werden, sagte Kaim im ZDF-"Morgenmagazin" am Donnerstag. Nun ist der UN-Sicherheitsrat gefragt. Die letzten in Douma verbliebenen Kämpfer übergaben ihre schweren Waffen an die russische Militärpolizei, wie die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte. "Wir hoffen, dass sich der gesunde Menschenverstand durchsetzt", sagte Putin nach der Ankündigung der USA. Bisher hatte sie auf eine Schuldzuweisung verzichtet. Das Mandat lief im vergangenen November jedoch ab, nachdem Russland eine Verlängerung mehrfach mit seinem Veto gestoppt hatte.

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