Heynckes-Nachfolger FC Bayern bestätigt Niko Kovac als Trainer

Am Freitag folgte die Bestätigung des FC Bayern München.

Uli Hoeneß hat das Vorgehen des FC Bayern im Zuge der Verpflichtung von Niko Kovac energisch verteidigt.

Das BILD-Protokoll zum Kovac-Bobic-Hoeneß-Zoff!

Bobic hatte die Vorgehensweise der Bayern als "extrem bedenklich und respektlos" bezeichnet und sich vor allem auf den Zeitpunkt und die Art und Weise der Bekanntgabe mitten in der entscheidenden Phase der Saison bezogen. Das seien Dinge, die er "so unter Kollegen in der Bundesliga noch nicht erlebt habe".

Bobic reagierte zwar sehr ungehalten, als ein Reporter ihn in den Katakomben der BayArena auf dieses Szenario ansprach. Doch Unruhestifter für ihn sind, ganz klar, die Bayern. Das ist beim neuen Coach Niko Kovac nun anders. Er habe sich während des Spiels auf der Trainerbank "ganz normal" gefühlt, "ob Sie es mir glauben oder nicht", sagte der 46-Jährige. Kovac konnte durch eine Ausstiegsklausel aus seinem bis 2019 laufenden Vertrag bei der Eintracht aussteigen. "Das habe ich angenommen". "Er ist sicher prädestiniert, den FC Bayern zu übernehmen und zu trainieren".

Auf der anderen Seite erzählt Uli Hoeneß in einem seiner bekannt kalkulierten Wutausbrüche vor der Kamera die rührende Geschichte vom zufälligen Zusammentreffen mit Kovac beim Geburtstag seines kroatischen Fahrers und versteigt sich zu dem Orwell'schen Fazit, man habe das alles nur getan, "um Eintracht Frankfurt zu schützen". Ein Attribut, das die Bayern mit ihrer Mia-san-Mia-Mentalität toll verkaufen können. Zudem hat Kovač als Spieler eine Vergangenheit bei den Bayern, für die er von 2001 bis 2003 spielte, kenne laut Sportchef Hasan Salihamidžić die "Strukturen und die DNA des Klubs" und gilt als jemand, der mit den Launen von (über-) ehrgeizigen Spielern umgehen kann. Deshalb also Niko Kovac, eine durchaus Bayern-typische Entscheidung. Salihamidzic sei 100-prozentig davon überzeugt, dass sein neuer Mann die Arbeit vom heiligen Jupp Heynckes fortführen werde. Er hat so ein freundschaftliches Verhältnis zu ihm. Das übernahmen wenig später die Verantwortlichen der Bayern. Kovac wich entsprechenden Nachfragen über den Ablauf am Samstag aus, Hoeneß schimpfte gar: "Wir sind hier nicht bei der Staatsanwaltschaft".

Kovac ergreift die große Chance bei einem der Topklubs in Europa, die er sich durch sein Wirken in Frankfurt erarbeitet hat, und nimmt dabei in Kauf, keinesfalls die gewünschte 1a-Lösung gewesen zu sein. Sollte das Kovac-Team über die Liga die Königsklasse erreichen (bis Platz vier), wäre der Verein sogar für die nächsthöhere Güteklasse an Trainern attraktiv - sicherlich keine schlechte Ausgangslage für die Suche. Eine nicht zu unterschätzende Qualität beim FC Bayern.

"90 Prozent des Erfolgs ist Niko Kovac", hatte Mittelfeldspieler Kevin-Prince Boateng erst in der vergangenen Woche im hr-Fernsehen gesagt: "Er hat diese zusammengewürfelte Mannschaft zu einer Einheit geformt und dieses Wir-Gefühl erzeugt". Die wird er im Übrigen alle schon am 28. April wiedersehen. Ein Spielstil, der sich in erster Linie auf eine kompakte Defensive konzentriert, passt zur Eintracht - für den Rekordmeister muss ein anderes, offensiveres System her.

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