Israel greift iranische Ziele in Syrien an

Der Iran hatte sich bis vor kurzem noch mit Angriffen auf israelische Ziele zurückgehalten.

Der israelische Militäreinsatz war einer der grössten der vergangenen Jahre und der bislang grösste gegen iranische Ziele.

Iranische Truppen haben nach Angaben der israelischen Armee in der Nacht zum Donnerstag von Syrien aus israelische Armeestellungen auf den Golan-Höhen mit Raketen beschossen. Das erklärte die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte nach den Angriffen in der Nacht zu Donnerstag.

Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron und Kanzlerin Angela Merkel (CDU) riefen angesichts der zugespitzten Lage zu Zurückhaltung und Deeskalation auf. Nach eigenen Angaben habe die israelische Armee daraufhin dutzende iranische Militärziele in Syrien angegriffen. Es habe keine israelischen Opfer gegeben.

Getroffen haben die iranischen Raketen allerdings nicht.

Israel fühlt sich vom Iran in seiner Existenz bedroht.

Israel hat wiederholt deutlich gemacht, dass es nicht hinnehmen werde, dass sich der Iran in Syrien festsetzt.

"Wir sind auf verschiedene Szenarien vorbereitet", sagte Conricus. Denn Suleimanis Bosse wollen dieser Tage mit aller Welt Diplomatie betreiben, damit das Atomabkommen nicht vollkommen zusammenbricht. Keine der Raketen habe israelisches Territorium erreicht, vom Raketenabwehrsystem Iron Dome seien 4 Raketen abgefangen worden.

Man habe auf den Beschuss "geantwortet", teilte die israelische Armee weiter mit. "Die Geschosse wurden von den iranischen Al-Quds-Kräften abgefeuert", heißt es in einer offiziellen Erklärung. Dabei seien "dutzende" iranische Militäreinrichtungen getroffen worden.

Darunter befanden sich das logistische Hauptquatier der Al-Quds-Einheiten, iranische Geheimdienstanlagen, militärische Lagerhäuser und Militärbasen.

Syrische Luftabwehr will einige der israelischen Raketen abgeschossen haben. Angegriffen worden seien Stellungen der libanesischen Schiitenmiliz Hisbollah und anderer regierungstreuer Milizen. Diese werden vom Iran unterstützt. Unter diesen waren demnach fünf Soldaten der syrischen Regierungstruppen und 18 mit diesen verbündete Kämpfer.

Israel hat deswegen die Sicherheitsvorkehrungen auf den Golanhöhen, die im Norden an Syrien grenzen, verschärft: Es herrscht erhöhte Alarmbereitschaft, die Schutzbunker sind für die Zivilbevölkerung geöffnet, es wurden zusätzliche Luftabwehrbatterien stationiert und Reserveeinheiten mobilisiert. Auch ein israelischer Militärsprecher bekräftigte, Israel suche seinerseits keine weitere Eskalation. Russland sei vor dem Angriff Israels informiert worden. "Das ist alles sehr beunruhigend", sagte der russische Vizeaußenminister Michail Bogdanow am Donnerstag in Kasan der Agentur Tass zufolge. Doch bisher beschränkt sich der Krieg auf Angriffe aus der Luft - offen bleibt, ob beide Seiten bereit sind, noch weiter zu gehen. Nach Angaben Russlands setzte Israel 28 Jets ein und feuerte 70 Raketen ab. Es handele sich um "eine punktuelle Mobilisierung von Reservisten nach Bedarf", sagte ein israelischer Armeesprecher. Die Armee wies zudem Ortschaften auf den Golanhöhen an, die Luftschutzbunker zu öffnen. Die Golanhöhen liegen zwischen Israel und Syrien.

Die Bundesregierung hat die mutmaßlichen iranischen Raketenangriffe auf Stellungen der israelischen Armee verurteilt und zugleich vor einer Eskalation gewarnt. Aktivisten zufolge wurden durch die Angriffe in Syrien 23 Menschen getötet. Der Angriff auf die Golanhöhen sei von Ghassem Sulejmani, einem Kommandeur der iranischen Revolutionsgarden, angeordnet worden, sagte Conricus. Oder hat der Iran - als Antwort auf den Ausstieg der USA aus dem gemeinsamen Atomstopp-Abkommen - bloß die Abwehrreflexe des wichtigsten US-Verbündeten im Nahen Osten getestet?

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