Südkorea will mit Nordkorea über Kim-Trump-Gipfeltreffen sprechen

Um es mit den Worten des republikanischen Senators Rand Paul zu sagen: Bolton scheint geradezu versessen darauf zu sein, alle außenpolitischen Fehler Amerikas der vergangenen 15 Jahre zu wiederholen.

Dass Kim nun verbal zurückrudert, könnte massgeblich mit einer Aussage von Trumps Nationalem Sicherheitsberater John Bolton zusammenhängen. Langzeitmachthaber Muammar al-Gaddafi wurde später - am 20. Oktober 2011 - von Aufständischen getötet; die westlichen Atommächte unterstützten damals die Rebellen. Nordkorea ist über den Vergleich nicht erfreut. Pjöngjang sei nicht bereit, der "einseitigen" US-Forderung nach einer nordkoreanischen Abkehr von Atomwaffen nachzugeben. Die gegen Nordkorea gerichtete Übung würde "die Friedensbemühungen und guten Absichten" mit dem Süden untergraben, zitiert der staatliche Nachrichtensender KCNA den Vize-Außenminister Kim Kye Gwan.

Pjöngjang erörtere derzeit noch eine Teilnahme an dem geplanten Gipfeltreffen. Um zu beweisen, dass es sein Land ernst meint mit der Drohung, sagte Nordkorea ein für Mittwoch vorgesehenes Gespräch mit südkoreanischen Regierungsmitgliedern am Grenzort Panmunjon kurzfristig ab. Damit droht nach Wochen des Tauwetters ein schwerer Rückschlag in diesem gefährlichen Konflikt. Als Grund wurde ein Militärmanöver Südkoreas mit den USA genannt, welches Pjöngjang als "Provokation" empfinde.

Pjöngjang verspricht sich von einer Normalisierung der Beziehung mit den USA und Südkorea die Aufhebung der lähmenden Wirtschaftssanktionen. Anderslautenden Berichten zufolge hingegen soll zumindest ein Teil noch benutzbar sein.

Diese Nachricht wurde am 16.05.2018 im Programm Deutschlandfunk gesendet. Nordkorea sieht darin eine Provokation. Der nordkoreanische Vize-Außenminister hatte zudem gewarnt, dass Nordkorea den Gipfel mit den USA überdenken könnte.

Ein US-Militärflugzeug vom Typ F-22 Raptor landet im Rahmen des gemeinsamen Großmanövers der südkoreanischen und amerikanischen Luftwaffe namens "Max Thunder". Eigentlich hatte der Diktator unlängst bei dem Panmunjom-Gipfel mit Südkoreas Präsident Moon Jae Un eine "vollständige Denuklearisierung" in Aussicht gestellt.

Hintergrund ist die historische Gipfelerklärung der beiden koreanischen Nachbarländer vom 27. April. Es werde erwartet, dass Vertreter beider Länder bei Arbeitsgesprächen vor dem geplanten Gipfel am 12. Juni in Singapur weiter darüber diskutierten, was noch aus dem Atomarsenal Nordkoreas herausgeschafft werden könnte, berichtete das Blatt weiter. Durch die Gespräche wollte Südkorea "die Grundlage für eine nachhaltige Entwicklung und einen dauerhaften Frieden schaffen".

Doch offensichtlich sieht der Norden wichtige Voraussetzungen nicht erfüllt - und wirft den USA eine Mitschuld vor.

Im März hatte Trump die Welt in Erstaunen versetzt, als er einen Vorschlag des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un für ein Treffen akzeptierte.

Gestern hatte Nordkorea überraschend damit gedroht, das Treffen abzusagen. Kim ist aber unklar geblieben, wie und bis wann dies erfolgen soll.

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