USA eröffnen Botschaft in Jerusalem

Die USA haben ungeachtet der internationalen Kritik ihre Botschaft in Jerusalem eingeweiht. Die radikal-islamische Hamas ruft zu den Protesten unter dem Namen "Marsch der Rückkehr" auf.

Den Angaben zufolge waren unter den Toten ein 14-Jähriger sowie ein Rollstuhlfahrer, der auf Bildern in den sozialen Medien mit einer Steinschleuder zu sehen gewesen war. Nach Angaben der israelischen Armee beteiligten sich zunächst mehr als 35.000 Menschen an zwölf verschiedenen Orten an den Protesten am Grenzzaun.

Demonstranten setzten Autoreifen in Brand.

Der Angriff habe sich gegen fünf Hamas-Stellungen gerichtet. Am Nachmittag reagierte das israelische Militär auch mit Luftangriffen auf die Ausschreitungen im Gazastreifen. Die vom Iran gestützte Hisbollah im Libanon, die die Vernichtung Israels anstrebt, erklärte, die Verlegung der US-Botschaft sei ein "nutzloser Schritt". Zur Feier waren auch Trumps Tochter Ivanka und ihr Mann, Jared Kushner, gekommen. Die Arabische Liga kündigte für Mittwoch eine außerordentliche Sitzung über die als illegal angesehene US-Botschaftsverlegung an, wie israelische Medien unter Berufung auf die staatliche ägyptische Nachrichtenagentur Mena berichteten. "Es wird für immer unsere Hauptstadt sein". Man habe in der Vergangenheit das Offensichtliche nicht anerkannt. Die Rechte in Israel frohlockte, feierte gar die Schaffung einer neuen Weltordnung, wie es Jerusalems Bürgermeister Nir Barkat formulierte.

Der Status von Jerusalem ist eine der zentralen Streitfragen im Nahost-Konflikt.

US-Präsident Trump betonte in einer Video-Botschaft das Recht Israels auf die Bestimmung seiner Hauptstadt. Nach dem Jom-Kippur-Krieg 1973 hatten Côte d'Ivoire, Zaire (heute Demokratische Republik Kongo) und Kenia aus Protest ihre diplomatischen Beziehungen zu Israel gekappt und ihre Botschaften in Jerusalem geschlossen. Es kam zu schweren Zusammenstößen mit den israelischen Soldaten. Seit Ende März hat die israelische Armee bei den Protesten am Gazastreifen gegen Vertreibung und Landnahme nun bereits 56 Palästinenser erschossen. Sie appellierten an Israel, dies unverzüglich zu beenden und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan bezeichnete das Vorgehen Israels im Gazastreifen als "Genozid". "Erlaube es der Hamas nicht, Dich auf zynische Weise als ihre Marionette zu missbrauchen", heißt es auf einem der Flugblätter. "Die Verlegung der amerikanischen Botschaft nach Jerusalem erkennt die gewachsenen Realitäten der letzten 70 Jahre endlich an", sagte Königshaus dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland" (Dienstagausgaben). Mal die Nakba (deutsch: Katastrophe oder Unglück).

Die Palästinenser haben in den vergangenen Wochen heftig gegen diesen Schritt protestiert. Die Palästinenser haben für Montag und Dienstag Proteste angekündigt. Die Entscheidung Trumps könnte noch mehr Hoffnungslosigkeit hervorrufen. Er rief seine Anhänger auf, zu den Waffen zu greifen. Diesen Anspruch lehnt Israel ab. Es handle sich um "exzessive Gewalt gegen wehrlose palästinensische Menschen".

Der palästinensische Gesundheitsminister Dschawad Awad in Ramallah warf Israel ein "Massaker an unbewaffneten Demonstranten" vor.

Doch der Tag der Botschaftseinweihung wurde auch zum blutigsten Tag im Nahost-Konflikt seit Jahren.

Ausgabe: