Zahl der Toten im Gazastreifen steigt auf 52

Beim blutigsten Tag seit dem Gaza-Krieg 2014 waren am Montag 60 Palästinenser getötet worden, wie das Gesundheitsministerium in Gaza-Stadt mitteilte.

Den Angaben zufolge waren unter den Toten ein 14-Jähriger sowie ein Rollstuhlfahrer, der auf Bildern in den sozialen Medien mit einer Steinschleuder zu sehen gewesen war. Unter den Verletzten soll auch ein Journalist sein. Auch in Ramallah zogen zahlreiche Palästinenser wütend auf die Straße und lieferten sich schwere Zusammenstöße mit den israelischen Streitkräften. Dichter schwarzer Rauch stieg in den Himmel. Die israelische Tageszeitung "Haaretz" berichtet von mehr als 35.000 Demonstranten. Erneute Konfrontationen mit Soldaten werden befürchtet.

Die Vereinten Nationen äußerten sich alarmiert über einen unverhältnismäßigen Einsatz von Gewalt israelischer Sicherheitskräfte gegen palästinensische Demonstranten seit Beginn der Proteste Ende März.

Al-Kaida-Führer Ayman al-Zawahiri rief unterdessen laut israelischen Medienberichten in einem Video zum Dschihad gegen die USA auf. Dort wehen am Montag israelische und US-Flaggen im Wind.

Der UN-Sicherheitsrat nimmt Beratungen zur Eskalation der Proteste in Gaza am Montag auf. Seine Anhänger rief er auf, zu den Waffen zu greifen. Dieses zeige, dass "Beschwichtigungen" nicht funktionierten, "sondern nur Widerstand" durch "Jihad", sagte Sawahiri.

Das Treffen hatte mit einer Schweigeminute für die erschossenen Palästinenser begonnen. Dem israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu warf er vor, er habe "das Blut von Palästinensern an den Händen".

Die Entscheidung Trumps für die Anerkennung Jerusalems als Israels Hauptstadt und die Verlegung der Botschaft war international scharf kritisiert worden. "Wir rufen an einem Tag wie heute alle dazu auf, das Recht auf friedliche Meinungsäußerung nicht zu missbrauchen", sagte sie. Auch US-Finanzminister Steven Mnuchin, Präsidententochter Ivanka Trump sowie ihr Mann und Trump-Berater Jared Kushner waren anwesend.

Umstritten ist sogar das Gelände, auf dem sich die Jerusalemer Botschaft befindet, denn es gehört weder zu West- noch zu Ostjerusalem, sondern liegt im sogenannten Niemandsland, einer Zone, die bis zum Sechstagekrieg 1967 als demilitarisierter Puffer zwischen Israel und dem damals von Jordanien kontrollierten Ostjerusalem diente. Den Anspruch der Palästinenser auf Ost-Jerusalem als Hauptstadt für einen künftigen Staat Palästina lehnt Israel ab. Israel reklamiert ganz Jerusalem als seine "ewige, unteilbare Hauptstadt".

Der endgültige Status Jerusalems ist einer der größten Streitpunkte im Nahost-Konflikt. Deutschland lässt seine Vertretung in Tel Aviv. Die USA hingegen verurteilten die Hamas, die ihre Leute in Gefahr bringe. Für Schwarz sind die angeblich politisch motivierten Proteste nicht akzeptabel, da sie "aus Prinzip aggressiv anti-jüdisch und anti-amerikanisch geprägt" seien. Trump liess den Termin im Dezember jedoch verstreichen. Rund 80 Prozent der weißen evangelikalen Wähler entschieden sich im November 2016 für den republikanischen Kandidaten, der nun mit dem Botschaftsumzug ein Versprechen einlöst, das auf ihrer Agenda weit oben rangiert.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan beschuldigte dagegen Israel des "staatlichen Terrors" und "Völkermords". Die radikalislamische Hamas hatte zu den Protesten aufgerufen.

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