Durchbruch im Handelsstreit zwischen EU und USA

Die USA hatten Anfang Juni Strafzölle auf Stahl und Aluminium aus Europa verhängt.

US-Präsident Donald Trump und EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker haben sich bei ihrem Gespräch über die Handelspolitik überraschend angenähert.

Unter Autozöllen würden viele Betriebe in Amerika leiden.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier zeigte sich von der Einigung begeistert. Diese sollten bei Gütern, die nicht zur Autoherstellung gehören, auf Null gebracht werden, so der US-Präsident am Abend in Washington nach Gesprächen mit EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker. "Das ist großartig für die weltweite Wirtschaft!" Die EU-Kommission bereitete wiederum Gegenaktionen für den Fall einer Auferlegung solcher Gebühren vor. Nach Angaben von Gipfelteilnehmern nutzte Trump den Begriff, als er sich über milliardenschwere Wettbewerbs- und Steuerstrafen der EU-Kommission gegen US-Technologiekonzerne beschwerte.

Das Treffen als Junckers Erfolg zu werten, das ist die eine Seite.

Trump bekräftigte seinen Vorschlag vom Vortag, dass zwischen den USA und der EU eine Abschaffung aller Zölle, Handelsbarrieren und Subventionen vereinbart werden solle. "Ich habe die Hoffnung, dass US-Präsident Trump und EU-Kommissionspräsident Juncker sich auf eine große Freihandelszone einigen werden", sagte DIW-Präsident Marcel Fratzscher der Deutschen Presse-Agentur. Kurz vor dem Treffen hatten beide Seiten erklärt, sie hätten grundsätzlich Interesse daran, Zölle abzubauen. Die EU sagt hingegen zu, mehr Flüssiggas aus den USA zu importieren zu wollen - womit Trump in Konkurrenz zu der von ihm heftig kritisierten Gas-Pipeline Nord Stream 2 treten will, die Deutschland gemeinsam mit Russland vorantreibt.

Und: "Es kann ja auch sein, dass Herr Trump uns auch etwas anzubieten hat".

Erst am Dienstag hatte Trump mit Blick auf die Handelskonflikte verkündet: "Landwirte werden die größten Nutznießer sein". Aber die Einigung markiert zumindest eine epochale Trendwende der Trump-Regierung.

Selbst aus der eigenen republikanischen Partei musste Trump dafür herbe Kritik einstecken.

Eine erste Reaktion aus der deutschen Wirtschaft fiel deutlich zurückhaltender aus. Und das weist zweifelsohne in die richtige Richtung. "Wir wollen diese zum Nutzen der Amerikaner und Europäer weiter stärken...", schrieb Trump. Es gab aber zunächst keine Anhaltspunkte, wie die Spirale aus zusätzlichen Abgaben und Gegenmaßnahmen durchbrochen werden könnte.

Uhr, EU macht offenbar Zugeständnisse an Trump +++. Ob Handel oder Verteidigung - Donald Trump zwingt die Europäer zur Geschlossenheit.

Beim Fototermin vor Beginn ihrer Gespräche bemühten sich beide Seiten kaum, ihre wahren Gefühle füreinander zu verbergen.

Trump hat auch mit China und anderen Wirtschaftspartnern einen Handelsstreit vom Zaun gebrochen. "Das wäre dann endlich ein freier Markt und freier Handel!"

Der Präsident bekräftigte seine Forderung nach einem fairen Handelsabkommen. Drittens eine gemeinsame Reform der angeschlagenen Welthandelsorganisation WTO. Werden die Europäer darauf eingehen? Und die Republikaner mussten fürchten, dafür bei den Zwischenwahlen im November abgewatscht zu werden. Der Gast wiederum, ein nicht nur physisch erschöpfter Konsenspolitiker, der von den sozialen Medien nichts hält, ein altes Mobiltelefon verwendet, seine Verhandlungspartner mit bisweilen schrulligem Charme umgarnt und aus tiefem geschichtlichen Bewusstsein heraus weiß, wie wichtig Konsens und gegenseitiges Nachgeben für den Erhalt von Frieden und Wohlstand sind. Es zudem soll einen "engen Dialog über Standards" geben.

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