Graf gratuliert Kerber zu Wimbledonsieg

"Serena Williams hat ihren größten, am härtesten erarbeiteten Titel gewonnen: Champion der Frauen", schrieb die Washington Post: "Nichts gegen Angelique Kerber, die eine große Meisterin ist, aber Kerber spielte nur gegen eine Gegnerin".

Wie man es ganz nach oben schafft, hat Angelique Kerber dagegen eindrucksvoll demonstriert: Mit unglaublichem Fleiß und Willen, aber auch Demut vor der Herausforderung sowie Respekt vor dem Gegner. "Ich bin überglücklich", sagte Kerber in einem ersten Fernseh-Interview der übertragenden Sender Sky und ZDF.

"Ich habe versucht, mich zu steigern, im Moment zu bleiben und nicht zu viel darüber nachzudenken, was passieren kann oder nicht". Ein Erfolg für die Ewigkeit, mit dem sie in einen erlesenen und kleinen Kreis deutscher Tennisgrößen aufrückt. Die erste Halbfinalteilnahme 2012 war der Durchbruch, das gegen Serena Williams verlorene Finale 2016 der vorletzte Schritt. "Sehr stark AngeliqueKerber", gratulierte NBA-Star Dirk Nowitzki aus den USA. Und der wurde schnell ihr Zuhause und Wimbledon eine fixe Idee. Kerber war vor Jahren drauf und dran, den Schläger in die Ecke zu feuern und alles hinzuwerfen. "Das war der Traum meiner Träume", sagte Kerber.

Die in Las Vegas lebende Graf meldete sich am Sonntag in einer Erklärung des Deutschen Tennis Bundes zu Wort. "Steffi, Michael und Ich.(vielleicht sollten wir es etwas vergrößern.)", twitterte der Chef des deutschen Herren-Tennis. "Es ist eine neue Chance und ich bin gespannt, herauszufinden, was wir gemeinsam erreichen können", fügt Kerber in ihrem Tweet hinzu. Überhaupt hatte sie keinen ganz einfachen Start.

Nach Rindercarpaccio, Heilbutt und zum Nachtisch Erdbeeren verabschiedet sich die 30 Jahre alte Tennisspielerin nach Mitternacht aus der Londoner Guildhall. "Ich habe trotzdem immer an mich geglaubt", sagt Kerber.

Nach 65 Minuten war Kerber am Ziel. "Es ist immer schön, wenn ich so eine Nachricht von Steffi kriege, gerade hier in Wimbledon". Aber sie profitiert inzwischen von ihrer Erfahrung. Ihr Kampfgeist rettete Kerber gegen Liu, dann besann sie sich darauf, Fissettes Vorgabe, die Matches aggressiver mitzugestalten und die negativen Emotionen besser zu kontrollieren, umzusetzen.

Der Moment des Triumphs Angelique Kerber sinkt nach dem verwandelten Matchball zu Boden
Der Moment des Triumphs Angelique Kerber sinkt nach dem verwandelten Matchball zu Boden

An diesem Montag stand für die Schleswig-Holsteinerin der Rückflug in ihren Wohnort nach Polen an. Kerber selbst beschreibt das vergangene Seuchenjahr mit vielen Tiefpunkten als notwendiges Übel für den Wimbledonsieg.

Viele Menschen freuen sich über den Sieg von Angelique Kerber.

Rittner hatte Kerbers Weg von Teenagerbeinen an begleitet und ist nun natürlich "mega stolz" auf ihre Wimbledonsiegerin.

Drei Tage später verkündet Kerber auf Twitter, wie ihre neuen Wege aussehen werden. Wieder einmal hatte sie es sich und aller Welt bewiesen.

Mit ihrem beeindruckenden Finalsieg über US-Star Serena Williams hat sie sich nicht nur selbst belohnt, sondern auch ein Kapitel deutscher Sportgeschichte geschrieben. Doch von dieser Chuzpe ist an diesem Juli-Tag nicht mehr viel geblieben. In ihrem Traumjahr war die Linkshänderin auch erstmals zur Nummer eins der Welt aufgestiegen. "Das macht diesen Titel so besonders für mich", sagt sie. War das wirklich real? Da standen sie, die Namen der großen Champions.

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