Heute Abend verschwindet der Mond - und er lässt sich dabei beobachten - Panorama

Über dem blutroten Mond schwebt das Sternbild Adler – eine T-förmige Konstellation aus hellen Sternen.

Die heutige Mondfinsternis ist mit einer totalen Phase von 103 Minuten die längste Finsternis in diesem Jahrhundert.

Der eigentliche Star am Himmel aber leuchtet fast ebenso rot wie der "Blutmond".

Was man zu dem astronomischen Spektakel wissen muss, hier im Überblick. Mit einer Stunde und 44 Minuten ist dies die längste Mondfinsternis im 21. Jahrhundert. Christliche Fundamentalisten schlagen bereits Alarm und prophezeien den Weltuntergang. "Die Mondfinsternis endet kurz nach Mitternacht, Mars hingegen ist die ganze Nacht lang zu sehen". Dieses Ereignis kann nur bei Vollmond stattfinden, wenn Sonne, Erde und Mond von außen gesehen in einer Linie stehen. Um 23.13 Uhr geht die Mondfinsternis zu Ende; dann erhält der Mond wieder eine kleine Sichel. Im Vergleich zu ihnen erscheint der Mond dann sehr groß. Man spricht dann auch vom Blutmond. Das passiert, weil Sonnenlicht durch die Erdatmosphäre auf den Mond strahlt.

"Der Mond ist gleich merklich röter und dunkler", kündigt Astronomin Carolin Liefke an. Allerdings kann man das Naturspektakel auch ohne Vergrößerung deutlich sehen. In Deutschland geht der Vollmond allerdings erst nach Beginn der MoFi auf. Die Astronomische Arbeitsgemeinschaft bietet parallel auch an der Sternwarte in Klein-Winternheim ab 21 Uhr eine Mondfinsternis-Beobachtung an.

Für Astronomen ist es das spektakulärste Ereignis des Jahrhunderts - für Astrologen und Esoteriker das stärkste Symbol der sexuellen Kraft und Ausdruck der legendären Kundalini - jener spirituellen Energie, die für die Erhaltung des Lebens verantwortlich ist - der Blutmond, eine Nebenerscheinung der Mondfinsternis, die am heutigen Freitag um 21.30 beginnt. Erst im Jahr 2123 wird sie um zwei Minuten geschlagen. Gruber empfiehlt, sich an einen dunklen Ort zu begeben, am besten irgendwo in die Höhe, wo der Blick nach Südosten, wo sowohl der Mond als auch der Mars zu sehen sind, frei ist. Gleichzeitig befindet sich der Mond an diesem Datum in seinem Juli-Apogäum, also am erdfernsten Punkt in diesem Monat. "Vorausgesetzt es schieben sich nicht dichte Wolken vor die Sicht".

Wien. Am Freitag fallen zwei außergewöhnliche Himmelsereignisse zusammen.

Zur halbwegs klaren Sicht kommt eine selten laue Nacht. In Österreich etwa gab es im ganzen Land zahlreiche organisierte oder spontane "Public Viewings". Die Wiener Arbeitsgemeinschaft für Astronomie (WAA) veranstaltet zum Beispiel auf dem Cobenzl, der Sophienalpe und am Laaer Berg "Public Viewings", und das Wiener Astronomische Büro lädt ins Freiluftplanetarium Sterngarten am Georgenberg. Deshalb sehe man den Mond vom Flachland aus besser.

Hamburg: Schaulustige stehen mit Kameras im Hamburger Hafen und warten auf den aufgehenden Mond. Ab 22.22 Uhr kann die zweite Hälfte der Finsternis am Himmel beobachtet werden. Die Entfernung des Mars zur Erde beträgt am heutigen Freitagabend rund 58 Millionen Kilometer.

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