Putin zu Gipfel mit Trump eingetroffen - Politik

Kritiker und Berater drängen den US-Präsidenten, mit Putin wegen der mutmaßlichen Einmischung Russlands in den US-Präsidentschaftswahlkampf hart ins Gericht zu gehen.

Niinistö begrüsste Trump und First Lady Melania an seinem Wohnsitz.

Plakate der finnischen Zeitung "Helsingin Sanomat" weisen in Helsinki auf das zweifelhafte Verhältnis von Donald Trump und Wladimir Putin zur Pressefreiheit hin. "Österreich sieht die USA sicherlich nicht als Feind, die EU sicherlich auch nicht", sagte Außenministerin Karin Kneissl (FPÖ). In dem Gespräch verwendete Trump das englische Wort "foe", das sich als "Feind" oder als "Gegner" ins Deutsche übersetzen lässt.

EU-Ratspräsident Donald Tusk appellierte am Montag an beide Präsidenten, mit den Europäern und Chinesen zusammenzuarbeiten, um Chaos zu verhindern. Der US-Präsident könnte beispielsweise die russische Invasion der Ukraine leugnen oder die Nato erneut attackieren. "Wer auch immer sagt, wir seien Feinde, verbreitet Fake News". So ist auf einem der englischsprachigen Plakate eine Trump-Schlagzeile aus dem Februar zu lesen: "Trump bezeichnet Medien als Volksfeinde". Das sei "sehr schlecht". "Ich denke, die Europäische Union ist ein Feind, was sie uns im Handel antun", sagte Trump dem US-Sender CBS in dem am Sonntag veröffentlichten Gespräch. Die darin enthaltene klare Kante gegen Putins Expansionskurs reflektiere das Denken von Mattis und Bolton, nicht das des Präsidenten.

Trump und Putin treffen sich Montagmittag unter vier Augen. Weil es der Höhepunkt seiner Europareise ist, auf der er Angela Merkel und Theresa May düpierte und die anderen Nato-Länder in Brüssel vor sich hertrieb. In London waren am Freitag nach Angaben der Organisatoren mehr als 250.000 Menschen gegen den US-Präsidenten auf die Straße gegangen.

Trump hatte schon kurz vor der Veröffentlichung der neuen Anklagen bei seinem Besuch in Großbritannien angekündigt, die mutmaßlichen russischen Cyberattacken gegenüber Putin ansprechen zu wollen. Er sei das "Poker-Ass", das auf einen Mann trifft, der lediglich Politik auf Kosten seiner Partner betreibt. "Was könnte dabei bloß schiefgehen?", war auf einem Banner zu lesen. Nun, ich weiß nicht, ob ich mit Wladimir Putin klarkomme. Jüngstes Beispiel ist der Umgang mit der Anklage von Sonderermittler Robert Mueller gegen zwölf russische Geheimdienstmitarbeiter. Ihnen wird vorgeworfen, für Hackerangriffe unter anderem gegen das direkte Umfeld der Trump-Rivalin Hillary Clinton verantwortlich zu sein. Er rufe Trump, Putin und China auf, gemeinsam die Welthandelsorganisation zu reformieren. Er erwarte "nichts Schlechtes und vielleicht etwas Gutes". "Ich gehe nicht mit hohen Erwartungen hin", erklärte er. "Sie achten einander. Und sie können ziemlich gut miteinander reden", sagte Putins Sprecher Dmitri Peskow dem Staatssender RT wenige Stunden vor dem Treffen in Helsinki.

Zum einen musste die US-Regierung Moskau und der Welt offen zeigen, . "Die Geschichte, die ihr gestern gehört habt über die zwölf Russen spielen in der Zeit der Obama-Administration, nicht in der Trump-Administration", schrieb Trump auf Twitter.

In einem Interview der ABC-Sendung "This Week" räumte er zugleich ein, dass es "konfliktträchtige Aspekte" in den bilateralen Beziehungen gebe.

Eigentlich müsste es das beherrschende Thema des Gipfels sein. Jeder wolle, dass er dies tue. Er kenne sie alle und sehe keinen.

Alles ist bereit in Helsinki für das Gipfeltreffen der beiden Präsidenten.

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