Thailand: 6 der 12 Jungen aus Höhle gerettet

Vier der insgesamt zwölf Buben, die seit zwei Wochen gemeinsam mit ihrem Fußballtrainer in einer Höhle eingeschlossen waren, konnten gerettet werden.

Am Samstag veröffentlichte die Thai NavySEAL auf ihrer Facebook-Seite das Foto eines handgeschriebenen Briefes von einem der Jugendlichen, der seit dem 23. Juni in der Höhle in Thailand eingeschlossen ist. Damit war die genaue Zahl der Geretteten unklar: Frühere Aussagen der Katastrophenschutzbehörde, wonach bereits sechs Jungen aus der Höhle gebracht wurden, bestätigte der Gouverneur nicht.

Die Zeit drängt, denn nach erwarteten neuen Regenfällen könne das Wasser bis zum Zufluchtsort der zwölf Fußballer im Alter zwischen elf und 16 Jahren und ihres 25-jährigen Trainers steigen, sagte Narongsak. Der Einsatz wird auf jeden Fall mehrere Stunden dauern, vielleicht auch Tage. Die Jungen sollen nach und nach einzeln herausgebracht werden. Der Leiter der Rettungsmission, Provinzgouverneur Narongsak Osotthanakorn, hatte zuvor mitgeteilt, es sei nicht absehbar, wie lange die Rettungsaktion dauern werde. Die Rettungsaktion der übrigen acht Jungen solle frühestens in zehn Stunden beginnen.

In den vergangenen Tagen hatten die Behörden daher stets abgewogen, ob die Tauchaktion gewagt werden sollte oder nicht. Auch das sprach dafür, die Rettungsaktion nicht länger hinauszuschieben. Auf dem Weg ins Freie mussten sie in der kilometerlangen Höhle durch schlammiges Wasser, gefährliche Engstellen und Strömungen tauchen.

Kurz darauf kam die Bestätigung des Gouverneurs der Region Chiang Rai, Einsatzleiter Narongsak Osottanakorn: "Heute ist der Tag X", teilte er mit. Angaben von Reportern vor Ort zufolge seien die schwächsten Kinder zuerst aus der Höhle gebracht worden, einer der beiden Buben befinde sich auch nach der Erstversorgung im Feldlager immer noch in "kritischem Zustand". Entweder sollen sie in Begleitung von Rettungstauchern aus dem überfluteten Teil der Höhle herausschwimmen. Darüber hinaus sind einige der Jungen keine guten Schwimmer.

Bei dem Einsatz, der um 10.00 Uhr Ortszeit (05.00 MESZ) begann, soll jeder Junge von zwei Tauchern begleitet werden. Die Sauerstoffleitung müsse 4,7 Kilometer lang sein, um vom Höhleneingang bis zur Kammer zu reichen.

In den vergangen Tagen hatten Experten den Kindern beigebracht, Tauchmasken und Atemgeräte zu benutzen. Draußen warten weitere Ärzte, um das Team in Empfang zu nehmen. Mit Hilfe seiner Boring Company, die sich auf den Tunnelbau spezialisiert hat, könne man das Wasser aus der Höhle pumpen oder die Jugendlichen mit Stromspeichern versorgen. Auch Hubschrauber stehen bereit. Den Rest der Strecke bis zum Höhlenausgang können die Buben rasch zu Fuß hinter sich bringen, erklärte ein ein Sprecher des thailändischen Verteidigungsministeriums. Das nächstgelegene Krankenhaus Prachunakroh-Krankenhaus in der knapp 60 Kilometer entfernten Stadt Chiang Rai ist vorbereitet: Zudem waren im thailändischen Fernsehen Krankenhaus-Mitarbeiter zu sehen, die 13 Krankentragen vor dem Eingang aufstellten.

In Vorbereitung auf den Rettungseinsatz hatten die Rettungskräfte am Sonntag die Evakuierung des Geländes im Eingangsbereich der Höhle angeordnet. Nach neun Tagen in der Höhle waren die Jungen am 2. Juli abgemagert und geschwächt gefunden worden. Grafiken veranschaulichen, wie schwierig die Rettung in dem verzweigten und wenig erforschten Höhlensystem werden könnte.

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