Wegen Android: EU-Kommission verhängt Rekordstrafe gegen Google | Wirtschaft

Die Kartellrechtler sehen ein Problem in der Dominanz, die sich Google im Bereich der mobilen Werbung mit seinem Betriebssystem aufgebaut hat. Sie möge das Land, sagte die Dänin.

Google-App-Zwang für Hersteller von Android-Geräten mit Play Store, Geldzahlungen für Exklusivität der Google-Suche auf Mobilgeräten und Behinderung von Android-Forks: Auf diese Weise hat nach Ansicht der EU-Kommission Google seine marktbeherrschende Stellung missbraucht. Außerdem untersagt es Google den Herstellern, Geräte mit Android zu verkaufen, wenn sie gleichzeitig auch Modelle mit abgewandelten Versionen des Betriebssystems im Angebot haben. Andere Hersteller solcher Apps bekämen daher von vornherein keine Chance.

Android wird als Betriebssystem auf vielen Smartphones eingesetzt.

Diese Regeln beinhalten unter anderem, dass eine Reihe weiterer Google-Apps vorinstalliert werden müssen - wie etwa der Chrome-Browser, GMail oder auch die Websuche und YouTube. Google drohen zudem zivilrechtliche Schadensersatzklagen, die von seinem wettbewerbswidrigen Verhalten betroffene Personen oder Unternehmen vor den Gerichten der Mitgliedstaaten einlegen könnten.

Der US-Internetkonzern müsse wegen Verstößen gegen EU-Recht 4,3 Milliarden Euro zahlen, teilte die Brüsseler Behörde am Mittwoch mit. Mit seinem Betriebssystem Android missbrauche er seine Marktvorherrschaft.

Der Silicon-Valley-Riese muss die besagten Praktiken nun innerhalb von 90 Tagen abstellen. Das Geld aus Kartellstrafen geht in den EU-Haushalt - die Fälle gehen aber oft jahrelang durch Gerichtsinstanzen. Ansonsten drohen weitere Strafzahlungen. Es geht um einen ähnlichen Vorwurfwie bei Google Shopping. Der eigene Preisvergleichsdienst war bevorzugt worden. Das Verfahren wurde bereits 2009 eröffnet und 2015 verschärft. Sollte sich Brüssel nun gegen Google durchsetzen, was auch nach der Verkündung der Milliarden-Strafe noch lange sich gesagt ist, dann besteht die Hoffnung, dass Verbraucher in Zukunft womöglich wieder mehr Alternativen finden.

Alphabet, der Mutterkonzern von Google, ist ein beeindruckendes Unternehmen. Eine Kartellstrafe in Milliardenhöhe kann das Unternehmen also locker verkraften.

Es ist nicht nur die atemberaubende Höhe der Strafe, die Google am Mittwoch aufgebrummt wurde. Apple ist vielmehr der letzte verbliebene Google-Konkurrent, der Gewinne schreibt. Am 25. Juli trifft sich EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker mit Donald Trump.

Die marktbeherrschende Stellung an sich ist nach den EU-Kartellvorschriften nicht verboten.

Darüber gehen die Meinungen auseinander. Auch lasse das Urteil außer Acht, dass es Tausende Telefonhersteller und Netzwerkoperatoren gebe, die mit Android arbeiteten, und es Millionen von Programmieren gebe, die Android Apps produzieren würden, so Pichai. Den größten Herstellern von Mobilgeräten sowie Betreibern von Mobilfunknetzen sollen erhebliche finanzielle Anreize dafür gewährt worden sein, dass diese ausschließlich die Google-Suche auf den Endgeräten installieren.

Was wirft die EU dem US-Konzern vor?

Wie sind die Reaktionen aus den USA? Damit hat Google über Android durchaus die Hand über die Nutzung von mehr als 80 Prozent aller Smartphone-Benutzer. Ein dynamisches Ökosystem, ein hohes Innovationstempo und niedrige Preise sind klassische Merkmale eines starken Wettbewerbs. Amerika verlangt seit Anfang Juni schon Strafabgaben auf Stahl und Aluminium aus der EU.

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