Brücken-Katastrophe in Genua: "Es ist die Hölle"

Sieben Menschen, die zum Zeitpunkt des Unglücks über die Brücke fuhren, kamen dabei ums Leben.

Der Einsturz der Brücke machte sich auch schnell an der Börse bemerkbar: Die Aktien des italienischen Mautstrecken-Betreibers Atlantia drehten am Dienstag nach Bekanntwerden des Unglücks ins Minus und verloren binnen Minuten um bis zu 4,6. Prozent.

"Oh Gott", ruft ein Mann immer wieder, die Stimme voller Panik, wie in dem Video zu hören ist.

Die Brücke stürzte auf einer Länge von etwa 100 Metern ein.

Ein grün-blauer Lastwagen ist zum Symbol des verheerenden Einsturzes der Morandi-Brücke in Genua geworden.

Ein riesiges Teilstück der Autobahnbrücke war am Dienstag während eines Unwetters plötzlich 45 Meter in die Tiefe gestützt. Die Einsatzkräfte hatten am Dienstag bereits von mindestens 35 Todesopfern gesprochen. 16 Menschen wurden demnach verletzt, zwölf davon schwer.

Die Regierung hatte am Mittwoch den Notstand für die Hafenstadt verhängt und fünf Millionen Euro Nothilfe bereitgestellt.

Spezialisten arbeiteten daran, die Trümmer in große Betonblöcke zu zerschneiden und mit Kränen abzutragen, um Spürhunde in den Schutt schicken zu können.

Der Zustand von Brücken auf Bundesautobahnen und Bundesstraßen in Deutschland. Die Aussichten, Überlebende zu finden, gelten mittlerweile allerdings als gering.

Danach, sagen Zeugen, sei es gespenstisch still gewesen. "Letzte Nacht hatten wir kein Glück, wir haben niemanden gefunden". In der Gegend sind gerade noch Ferien. Die A 10 ist eine der wichtigsten Verkehrsadern der Stadt, auch Tausende Touristen nutzen sie täglich auf dem Weg in den Urlaub an die Riviera und nach Südfrankreich.

Der Polcevera-Viadukt wurde 1967 eingeweiht und führt im Westen von Genua unter anderem über Gleisanlagen und ein Gewerbegebiet, er hat eine Gesamtlänge von 1182 Metern. Etwa zwei Jahre nach Fertigstellung der General-Rafael-Urdaneta-Brücke in Venezuela, rammte ein Öl-Tanker einen der Pfeiler der Brücke.

Über das Projekt ist nach dem Einsturz der Morandi-Brücke erneut ein politischer Streit entflammt. Die Feuerwehr warnt vor eventuell beschädigten Gasleitungen. Er habe noch immer das Bild der zusammenbrechenden Brücke vor sich.

Der Betreiber der eingestürzten Autobahnbrücke in Genua, Autostrade, wies unterdessen den Vorwurf von Pflichtverletzungen bei der Überwachung des Bauwerkes zurück. Eine einzige parallele Straße muss jetzt ihren gesamten Verkehr aufnehmen. "Die Einsturzursache wird gründlich untersucht, sobald es sicher ist, die Unglücksstelle zu betreten". "Das Ding war nicht mehr zu warten, das war einfach nur noch abzureißen", sagt er der SZ.

Genua - Ein schwerer Sturm tobte über Norditalien, heftige Regenfälle, Blitze zuckten am Himmel über Genua. Damit werden unter anderem Hilfen für die mehr als 630 Anwohner erleichtert, die nach dem Einsturz ihre teilweise unter der Brückenkonstruktion stehenden Wohnhäuser verlassen mussten. Italienische Behörden vermuteten, dass der Einsturz durch strukturelle Schwächen am Bau ausgelöst wurde, so Trapp. Das Unglück ereignete sich bei sintflutartigem Regen.

Verkehrsminister Danilo Toninelli sprach von einer "entsetzlichen Tragödie". Der Staatssekretär im Verkehrsministerium, Edoardo Rixi, und Regionalpräsident Giovanni Toti kündigten am Donnerstag an, dass im kommenden Jahr ein neuer Viadukt anstelle des zusammengebrochenen stehen solle.

Laut der Stadtverwaltung von Genua sind unter den Opfern keine Schweizer.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) reagierte betroffen auf das Unglück.

Die Trümmer der eingestürzten Autobahnbrücke in Genua.

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