Lira-Krise und Streit mit den USA verschärfen sich weiter

Die Türkei will in den kommenden Jahren bis zu 100 Tarnkappen-Flugzeuge des Typs F-35 beschaffen.

Hintergrund des Disputs zwischen den USA und der Türkei ist die Festsetzung eines amerikanischen Pastors in der Türkei. Die Strafzölle auf Aluminium aus der Türkei sollen nach Trumps Worten auf 20 Prozent verdoppelt werden. Der von Präsident Erdogan angedrohte Boykott elektronischer Geräte - unter anderem von iPhones - ist in der Liste aber nicht zu finden. Während einige voll und ganz hinter Erdogan stehen und die USA beschuldigen, werfen andere Erdogans islamisch-konservativer AKP eine misslungene Wirtschaftspolitik vor.

Der Kurs der seit Monaten schwächelnden Lira stürzte am Freitag und Montag ab. Der Lira-Verfall riskiere die finanzielle Stabilität des Landes. Erdogan wiederholte auch den Aufruf an seine Landsleute, US-Dollar in türkische Lira umzutauschen, um die Landeswährung zu stärken. Der Streit zwischen den Nato-Verbündeten belastet auch die türkische Währung. Noch weiter befeuert wurden diese durch die Entscheidung der Bank, bei ihrer ersten Sitzung nach den Wahlen im Juni die Leitzinsen trotz der hohen Inflation und der Schwäche der Lira unverändert zu lassen. Immer mehr Anleger und Unternehmen ziehen sich zurück oder verschieben Investitionspläne auf unbestimmte Zeit.

Ein zentraler Kritikpunkt von Investoren und Analysten ist, dass Präsident Erdogan in der Besetzung von Schlüsselposition Loyalität vor Expertise gestellt hat.

Angesichts der Währungskrise in der Türkei haben zwei wichtige Wirtschaftsverbände umgehende Maßnahmen der Regierung in Ankara gefordert. Macron habe Erdogan versichert, dass Frankreich eine stabile und florierende Türkei wichtig sei. Mit nur 100,00 € können Sie von der Wirkung von 30.000 Euro Kapital profitieren!

Die Türkei hat zudem nicht vor, Hilfen des Internationalen Währungsfonds anzunehmen. Er ist ein erklärter Gegner höherer Zinsen - und dürfte auch einem IWF-Kredit ablehnend gegenüberstehen, sagen Strategen der Deutsche-Bank-Tochter DWS. Sollte dies nicht bald passieren, droht Trump der Türkei mit neuen Sanktionen.

Allerdings seien die wirtschaftlichen Schwierigkeiten der Türkei "Teil eines Langzeittrends", den das Land selbst verschuldet habe - und nicht die USA. Der Präsident sieht die Angreifer wahlweise in den USA, bei den großen Ratingagenturen oder unter Devisenspekulanten.

Allerdings wurde am Dienstag im Osten der Türkei erneut ein deutscher Staatsbürger festgenommen.

Zur Unterstützung von Erdoğan kam am Mittwoch der Emir von Katar, Scheich Tamim ben Hamad al-Thani, nach Ankara, um sich mit dem türkischen Präsidenten zu treffen. "Eine glaubwürdige politische Wende würde den negativen Entwicklungen höchstwahrscheinlich ein Ende setzen", sagte Damien Buchet vom Anlagehaus Finisterre Capital.

Ebenso überraschend ließ die Türkei am Dienstagabend zwei griechische Soldaten frei. Die Risikoaufschläge für Staatsanleihen der Türkei gingen am Mittwoch weiter zurück. Er sei in der Lage, mit den aktuellen Schwankungen an den Finanzmärkten zurechtzukommen.

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