Erdogan warnt vor "Massaker" in syrischer Rebellenhochburg Idlib

Damaskus.Die syrische Regierung hat zusammen mit ihrem Verbündeten Russland Menschenrechtlern zufolge die schwersten Luftangriffe auf die Rebellenprovinz Idlib seit einem Monat geflogen.

Teheran. Kreml-Chef Wladimir Putin hat auf der Syrien-Konferenz in Teheran dazu aufgerufen, die Hoheit der Assad-Regierung im ganzen Land wiederherzustellen. Die Provinz Idlib ist die letzte Hochburg der Rebellen in Syrien. In einer am Freitag veröffentlichten gemeinsamen Erklärung war keine Rede von konkreten Massnahmen.

Die Präsidenten des Irans, Russlands und der Türkei haben Syrien zum Abschluss des Dreiergipfels in Teheran demonstrativ ihre Unterstützung ausgesprochen. Er bestätigte, dass die Provinz Idlib jetzt das Hauptziel der russischen Armee sei. Zudem dürften "Terroristen" ohnehin nicht geschont werden. "In diesem Zusammenhang sind der Schutz von Zivilisten, die Zersetzung von terroristischen Einheiten und die Wahrung des Status quo von Bedeutung". "Wir besitzen unwiderlegbare Beweise für die Vorbereitung von Terroristen auf solche Operationen und Provokationen", betonte der Präsident. Erdogan bedauerte, dass in der Abschlusserklärung nicht ausdrücklich die Rede von einer Waffenruhe für Idlib sei.

Wie beendet man einen Krieg? Die könnte neben den Rebellen auch rund drei Millionen Zivilisten treffen. Sie schienen sich dabei nicht einander anzunähern. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan bekräftigte am Samstag erneut, er werde einem Blutbad an Zivilisten bei einer möglichen Offensive nicht tatenlos zusehen.

Putin sagte, "die legitime syrische Regierung" habe das Recht, das gesamte Territorium wieder unter Kontrolle zu bringen. Die Türkei hat jedoch ihre Grenzen geschlossen. Er befürchtet eine Flüchtlingswelle, wenn Idlib angegriffen wird.

Während Putin, Rohani und Erdogan verhandelten, schlugen in Idlib schon Bomben ein. Der militärische Einsatz in der Provinz Idlib im Nordwesten Syriens ist nun kaum noch aufzuhalten. Trump hatte zwei Mal - im April 2017 und im April 2018 - syrische Einrichtungen bombardieren lassen, weil die USA überzeugt waren, dass das Assad-Regime Chemiewaffen eingesetzt hat. Dieser Demonstrant hält ein Schild hoch, auf diesem steht geschrieben: "Ich bin ein Bürger Idlibs". In der Provinz seien am Dienstag zunächst 30 Bombardements des Verbündeten der syrischen Regierung niedergegangen, berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte.

Unklar ist, ob sich die beteiligten Staaten unter Achtung gegenseitiger Interessen auf ein endgültiges Abkommen über die Zukunft von Idlib einigen konnten. Stattdessen bekräftigten die drei Staaten in ihrer Abschlusserklärung den Willen, Gruppen mit Verbindung zu Al Qaida oder der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zu zerstören.

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