Oberster Gerichtshof: US-Senatsausschuss stimmt für Trump-Kandidaten Kavanaugh

Freunde und Mitglieder seiner Familie zur Anhörung mitzubringen, dürfte Teil einer wohlüberlegten Strategie gewesen sein. Die Aussage des Richters sei stark, ehrlich und fesselnd gewesen, die "Vernichtungstaktik" der Demokraten dagegen eine Schande. "Richter Kavanaugh hat Amerika gezeigt, warum ich mich für ihn entschieden habe". Eine Abstimmung im gesamten Senat könnte kommende Woche folgen, dafür ist aber noch kein Termin angesetzt. Der Justizausschuss will schon an diesem Freitag sein Votum für den Senat abgeben. Er warf den Demokraten vor, eine Kampagne gegen Kavanaugh zu inszenieren. Sein Nominierungsprozess verzögerte sich durch die Anschuldigungen. "Wir werden am Vormittag abstimmen und wir werden fortschreiten", sagte McConnell. Die stellvertretende Ausschussvorsitzende, die demokratische Senatorin Dianne Feinstein, hatte von Ford Ende Juli erfahren, dass es es diese Vorwürfe gab. Auch Kavanaugh zählte demnach zu den Partygästen. Als sie nach Hilfe rief, habe Kavanaugh ihr den Mund zugehalten.

Ford erklärte, sie habe wegen des Vorfalls an Angstzuständen, Platzangst, Panik und Symptomen gelitten, die einer posttraumatischen Belastungsstörung ähnelten. "Es war schwer für mich zu atmen, und ich dachte, dass Brett mich versehentlich töten würde". Auf der rechten Seite sitzen Suzanne Matan, eine Freundin, sowie Zina Bash, eine frühere Angestellte Kavanaughs.

Judge habe neben dem Bett gestanden, so Ford. "Direkt gegenüber vom Schlafzimmer war ein kleines Badezimmer". Sie rettete sich in ein Badezimmer und schloss die Tür. Sie erzählt, dass sie bis heute unter einer posttraumatischen Belastungsstörung leide. Ein Trump-Vertrauten die Demokraten scharf an, die Partei drängt zudem auf eine schnelle Entscheidung. Sie werde von niemandem instrumentalisiert. "Ich bin nicht hier, weil ich mir das wünsche". Dem Brief mangele es an Glaubwürdigkeit, sagte ein Sprecher des Ausschusses.

Uhr: Eindringlich hat die Psychologieprofessorin Christine Blasey Ford vorgetragen, wie der Richterkandidat Brett Kavanaugh sie einst sexuell attackiert habe.

Der Kandidat für das oberste US-Gericht, Kavanaugh, hat die gegen ihn erhobenen Vorwürfe der sexuellen Gewalt wütend zurückgewiesen. Ob es sich nicht um eine Verwechslung handeln könne, wird Ford gefragt. Kavanaugh sei "hundertprozentig" der Täter gewesen.

Kavanaugh weist auch die Anschuldigungen dieser beiden Frauen vehement zurück.

Der wegen Missbrauchsvorwürfen unter Druck stehende Supreme-Court-Anwärter Brett Kavanaugh im US-Senat in Washington. Er glaube, dass seine Reputation dauerhaft beschädigt worden sei. Die Republikaner treiben seine Berufung dennoch eilig voran. Er werde sich nicht einschüchtern lassen und seine Nominierung nicht zurückziehen. Er stelle nicht infrage, dass Ford vergewaltigt worden sei, aber er habe nichts damit zu tun.

All das will so gar nicht zu dem passen, wie sich Kavanaugh selbst gibt: als arbeitsamer, aufrichtiger und anständiger Mann. Ohne Zustimmung des Senats kann der bisherige Bundesberufungsrichter nicht befördert werden. Durch die Vorwürfe Fords zieht sich die Nominierungsprozedur länger hin als ursprünglich geplant. Auch zwei andere Frauen haben ihm sexuelle Übergriffe in den 80er Jahren vorgeworfen. Trump hatte eine Abkehr von seinem umstrittenen Richterkandidaten zuletzt nicht ausgeschlossen.

Er wäre bereit, die Nominierung Kavanaughs zurückzuziehen, "sollte ich denken, dass er schuldig ist", sagte Trump am Mittwoch bei einer Pressekonferenz am Rande der UN-Generaldebatte in New York.

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