Erste Demonstranten am Hambacher Forst eingetroffen

Der Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) hofft, die Rodungen noch gerichtlich stoppen zu können. Nach Einschätzung der Umweltschützer sei damit der Wald "zumindest bis 2019 gerettet". Das Unternehmen hatte bislang vor, ab Mitte Oktober den Wald zu roden. Grund dafür ist, dass über eine weitere Klage wohl erst im Frühjahr entschieden wird.

Die Bezirksregierung Arnsberg hatte als zuständige Bergbehörde die Umsetzung des Hauptbetriebsplans, der 2016 von der rot-grünen Landesregierung bestätigt worden war, angeordnet.

Ein Plakat mit Aufschrift "Stop Kohle" hängt am Rande des Hambacher Forstes. Damit rechnet RWE aber nicht vor Ende 2020.

Der Fall liegt jetzt wieder beim Verwaltungsgericht Köln. Der BUND hat bereits am Donnerstagabend angekündigt, sich "mit allen Rechtsmitteln gegen diese empörende Einschränkung unseres Demonstrationsrechts" zu wehren.

Im Streit um die Rodung des Hambacher Forstes hatte der BUND argumentiert, dass der Wald mit seltenen Tieren wie der Bechsteinfledermaus geschützt werden müsse. Außerdem seien die Rechtsfragen so komplex, dass man sie nicht in einem Eilverfahren beantworten könne. Die Unterlagen dazu umfassten "Dutzende Kisten". Die Rodung müsse daher vorerst gestoppt werden.

RWE habe nicht ausreichend belegt, dass die Abholzung nötig sei, um die Energieversorgung in Deutschland aufrecht zu erhalten, begründete das Oberverwaltungsgericht (OVG) Münster seinen Beschluss zum Rodungsstopp.

Wie lange gilt der Rodungsstopp? Die Polizei kündigte an, die Entscheidung zu akzeptieren und nicht vor das Oberverwaltungsgericht in Münster zu ziehen. Die Rodungssaison läuft von Anfang Oktober bis Ende März.

Der Konzern nahm die OVG-Entscheidung "mit großer Überraschung zur Kenntnis".

Ecosia geht dem Angebot zufolge davon aus, dass die in RWE aufgegangene Rheinbraun in den 70er Jahren umgerechnet rund 500 000 Euro für den Wald gezahlt hat. Umweltschutzorganisationen hatten von RWE gefordert, die Rodungen auszusetzen, bis die derzeit in Berlin tagende Kohlekommission ihre Arbeit abgeschlossen hat. Die RWE-Aktie verlor zeitweise über acht Prozent an Wert.

Nach der Räumung des letzten Baumhauses reduzierte die Polizei nach eigenen Angaben die Zahl der Einsatzkräfte in dem Waldstück am Braunkohletagebau stark.

Ursprünglich sollte die Veranstaltung, mit der die Braunkohle-Verstromung des Energiekonzerns RWE massiv kritisiert wird, auf einem RWE- Betriebsgelände unmittelbar am Hambacher Forst stattfinden.

Nach DW-Recherchen kann RWE noch mindestens drei Jahre Braunkohle abbauen, bevor die Bagger den Wald erreichen.

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) riet nach der Gerichtsentscheidung zum Innehalten.

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