Fall Khashoggi: US-Demokraten wollen Aufklärung über Trumps Geschäfte mit Saudis

US-Außenminister Pompeo traf am Dienstag in Riad König Salman.

Seit dem Verschwinden des saudiarabischen Regierungskritikers Khashoggi hat Trump widersprüchliche Botschaften ausgesandt.

Ziel des gemeinsamen Einsatzes war es, den Verbleib des seit zwei Wochen verschwundenen Journalisten und Regimekritikers Jamal Khashoggi aufzuklären.

Türkische und saudische Ermittler haben die Durchsuchung des saudi-arabischen Konsulats in Istanbul abgeschlossen. Von Chaschukdschi fehlt seit Betreten des Gebäudes jede Spur. Danach wurde er nicht mehr gesehen. Die türkischen Behörden gehen laut Medienberichten davon aus, dass er von einem aus Saudi-Arabien angereisten Spezialkommando getötet, zerstückelt und in Koffern weggeschafft wurde. Die Führung in Riad bestreitet dies, hat bis heute aber nicht bewiesen, dass der Regierungskritiker das Konsulatsgebäude lebend wieder verließ. Vor seinem Abflug von Saudi-Arabien in die Türkei sagte er am Mittwochmorgen (Ortszeit) in Riad, die saudische Führung habe eine "gründliche, vollständige und transparente" Untersuchung des Falles zugesagt.

Demnach ist auf der Aufnahme zu hören, wie der saudiarabische Konsul Mohammed al-Otabi sagt: "Macht das draußen, ihr werdet mir Probleme bereiten".

Eine mögliche Wende im Fall des verschwundenen suadischen Staatsbürgers Jamal Khashoggi gibt der saudi-arabischen Währung Auftrieb. Die Beamten fuhren schließlich am Abend mit sechs Fahrzeugen vor und betraten umgehend das Gebäude, wie eine Journalistin der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Nach einem Treffen mit seinem türkischen Kollegen Mevlüt Cavusoglu und Staatschef Recep Tayyip Erdogan sagte Pompeo Hilfe bei der Aufklärung des Falles zu.

Trump wehrte sich am Mittwoch in Washington vehement gegen den Vorwurf, dass er Saudi-Arabien in dem Fall in Schutz nehme.

US-Präsident Donald Trump rechnet mit baldigen Ergebnissen: Man werde vermutlich bis zum Ende der Woche wissen, was mit Khashoggi passiert sei, sagte er in Washington.

Demnach soll tatsächlich ein Verhör des Journalisten schiefgegangen sein. Der Plan sei gewesen, Khashoggi zu entführen, nicht aber zu töten.

Von den 15 Verdächtigen, die von den türkischen Behörden ermittelt wurden, haben dem Bericht zufolge insgesamt mindestens neun für saudische Sicherheitsdienste, die Armee oder Ministerien gearbeitet. Erst am Dienstag hatte er verlautbart, dass er "keine finanziellen Interessen in Saudi-Arabien" habe. Er betonte aber zugleich, das Land sei ein sehr wichtiger Verbündeter der USA. Senator Lindsey Graham forderte das Königreich in einem Interview des Trump-nahen Senders Fox News auf, den Kronprinzen fallenzulassen.

Vor seiner Reise in die Türkei war Pompeo am Dienstag in der saudischen Hauptstadt Riad. Saudi-Araber würden ihm für "40 Millionen Dollar, 50 Millionen Dollar" Wohnungen abkaufen. Zahlreiche prominente Wirtschaftsvertreter haben ihre Teilnahme an dieser Konferenz inzwischen abgesagt. Mehrere Verdächtige kommen aus seinem Umfeld. Während er einerseits Reformen vorantreibt und das Land gesellschaftlich liberalisiert, geht er hart gegen Kritiker vor.

Laut Medienberichten arbeitet man in Riad an einer Erklärung, die den Tod Khashoggis im Zuge eines ausser Kontrolle geratenen Verhörs zugebe, die Verantwortung aber nicht Kronprinz Mohammed bin Salman zuschreibe.

Khashoggi hatte sich mehrfach kritisch über bin Salman geäußert und war in die USA geflohen.

Der außenpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Hardt, bekräftigte die Haltung der Bundesregierung, von Waffengeschäften mit Saudi-Arabien abzusehen.

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