Fall Khashoggi: Wie soll die Türkei an das Videomaterial gelangt sein?

Die türkische Polizei geht davon aus, dass der Journalist im Konsulat ermordet wurde. Geburtstag des Autors ist noch nicht geklärt, was mit ihm geschah.

Die Aufnahmen sollen mit Ton und Bild beweisen, dass die saudische Staatsführung den verschwundenen Journalisten im saudischen Konsulat in Istanbul ermorden liess.

Die regierungsnahe türkische Zeitung "Sabah" berichtete, Khashoggi habe im Konsulat eine Apple Watch getragen, die mit einem iPhone synchronisiert gewesen sei, das er bei seiner Verlobten Hatice Cengiz gelassen habe. Türkische Behörden sagen, er sei in dem Konsulat getötet worden.

Khashoggi war vor mehr als einem Jahr aus Angst vor politischer Verfolgung ins US-Exil gegangen.

Die saudische Regierung weist diese Vorwürfe als haltlos zurück. Er hatte Befürchtungen. Der saudische Kronprinz ist nicht auf seiner Seite und Mohamad Bin Salman kann überaus hart mit Kritikern umgehen.

Legende: Vom Verschwinden Khashoggis aufgewühlt: Demonstranten protestieren vor der saudischen Botschaft. Apple-Watches verfügen nicht über eine Entsperrungsfunktion durch einen Fingerabdruck. Ein saudi-arabischer Nachrichtensender hat die 15 Personen "Touristen" genannt.

Der türkische Präsident mit Medienvertreter auf dem Rückflug von einem Staatsbesuch in Ungarn, 10. Oktober. In einem am Samstag vorab in Auszügen veröffentlichten Interview mit dem amerikanischen Sender CBS wandte er sich aber dagegen, einen 110 Milliarden Dollar schweren Rüstungsdeal mit Saudi-Arabien aufzukündigen. Trump hat Saudi-Arabien aufgefordert, die eigene Ölförderung hochzufahren, um die Ausfälle auf dem Ölmarkt wettzumachen. Das ist aber noch nicht passiert.

Einen Stopp der US-Waffenlieferungen an Saudi-Arabien lehnte Trump unter Verweis auf die Arbeitsplätze in der US-Rüstungsindustrie dennoch erneut ab. Die türkische Untersuchung werde aber separat weitergehen.

Jamal Khashoggi ist verschwunden, wie hier bereits berichtet (Fall Khashoggi: US-Geheimdienste sollen von saudischen Gefangennahmeplänen gewusst haben), seit er am Dienstag den 2. Oktober die saudi-arabische Vertretung in Istanbul betreten hatte.

Trump meinte, es sei eine "sehr, sehr bittere Pille", von den USA zu verlangen, den milliardenschweren Waffenhandel mit Saudi-Arabien deswegen in Frage zu stellen. Am Wochenende war eine Delegation aus dem Königreich in Istanbul. "Es ist eine sehr traurige Situation, es ist eine sehr schlimme Situation", sagte Trump im Weißen Haus. "Sie bestreiten es auf jede vorstellbare Weise". Er nannte das Verschwinden Chaschukdschis "einen furchtbaren, furchtbaren Präzedenzfall". Chaschukdschi gelte noch offiziell als vermisst.

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