Letzter Tag in Berlin: Hier frühstückt Erdogan mit Merkel

"Ein Einlass ist nur mit einer Einladung möglich", betonte die Stadt am Samstagmorgen.

Er hat die Moschee als Monument der Offenheit und Transparenz entworfen, deshalb das viele Glas unter den Betonschalen.

Rund um die Moschee ist ein großer Sicherheitsbereich festgelegt worden. Die Polizei hatte in der Domstadt Beamte aus mehreren Bundesländern und der Bundespolizei zu einem der größten Einsätze seit Jahren zusammengezogen.

Das Gebiet direkt um die rund 30 Millionen Euro teure Großmoschee mit einem Kuppelsaal für 1.100 Gläubige und zwei 55 Meter hohen Minaretten war derweil Sperrgebiet, in das nur geladene Gäste eingelassen wurden. Die Behörden befürchteten auf der Kundgebung Gefahren, da der Moscheenverband zum zweiten Mal kein angemessenes Sicherheitskonzept vorgelegt habe. Allerdings war nach Ditib-Schätzungen damit zu rechnen, dass bis zu 25.000 Menschen zu der Moschee strömen.

Sie dürfen die Kundgebung auf der Deutzer Werft abhalten - weit weg von der geplanten Moschee-Eröffnung mit Erdogan.

Die Türkische Gemeinde in Deutschland beklagt, dass es bei der Moschee-Eröffnung durch Erdogan wenig Annährung zwischen der Türkei und Deutschland gab. Die Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier waren am Samstag auf fast allen Titelseiten. Ein Foto Özils mit Erdogan kurz vor der Fussball-WM und den Präsidentenwahlen in der Türkei war der Ausgangspunkt der Debatte um den Fussballer, die zum Rücktritt Özils aus der Nationalelf führte.

"Es war ein erfolgreicher Besuch", sagte der türkische Präsident in seiner Rede zur Eröffnung der grossen Ditib-Moschee in Köln-Ehrenfeld. Die Gespräche hätten "die deutsch-türkische Freundschaft gestärkt". Die türkische Führung macht die Bewegung um den in den USA lebenden Prediger Fethullah Gülen für den Putschversuch vom Juli 2016 verantwortlich und hat Deutschland in der Vergangenheit schwer dafür kritisiert, dass Gülen-Anhänger in Deutschand Zuflucht gefunden hätten.

Während seines Besuches hatte sich Erdogan noch lobend über die deutschen Gastgeber geäußert und seinen Kollegen Frank-Walter Steinmeier einen "Freund" genannt.

Der Grünen-Politiker Özdemir sagte dem Redaktionsnetzwerk, Deutschland und die Türkei seien von Normalität genauso weit entfernt wie vor dem Besuch. Statt eines Schlosses erlebt Erdogan die monumentale Nüchternheit eines deutschen Zweckbaus.

Erst am Freitag hatte Erdogan die Auslieferung von geflüchteten Türken, darunter auch der Journalist Can Dündar, angefragt. Die Moschee-Eröffnung durch Erdogan in Köln habe "einen Scherbenhaufen hinterlassen, der nur mühsam zusammengekehrt werden kann", sagte der TGD-Vorsitzende Gökay Sofuoglu den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland vom Montag. "Sollen wir darüber etwa nicht sprechen?" Bei dem Treffen solle die kritische Situation um die letzte Rebellenhochburg Idlib im Mittelpunkt stehen, sagte Merkel. Dabei weisen Regierungskritiker und Wirtschaftsvertreter in der Türkei darauf hin, dass eine Rückkehr zu rechtsstaatlichen Verhältnissen eine Bedingung dafür ist, dass die krisengeschüttelte türkische Wirtschaft bei Investoren neues Vertrauen schaffen kann. Sie habe nicht bloß Staffage für den Auftritt des Präsidenten sein wollen, sondern selbst in der Moschee sprechen wollen, sagte Reker. Er gebe die Hoffnung nicht auf, dass der Kontakt sich wieder verbessern werde, so Schramma: "Ich bin deswegen auch vielfach von vielen Kritikern, insbesondere aus der rechten Seite, die ja immer schon dagegen waren, als total naiv bezeichnet worden, aber was bleibt uns anderes übrig, als mit Andersdenkenden zu reden, wenn wir denn zu Lösungen kommen wollen". "Man war ehrlich zueinander". Auch türkische Medien - die meisten auf Regierungslinie - berichteten wohlwollend.

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