Paketbomben in den USA: Verdächtiger wird angeklagt

Präsident Donald Trump verurteilte die Anschlagversuche. "Wir müssen zusammen finden und eine sehr klare, unmissverständliche Botschaft senden, dass Akte oder Drohungen politischer Gewalt keinen Platz in den Vereinigten Staaten von Amerika haben". Zunächst hieß es in den Medien, Hillary und Bill Clinton sowie Barack Obama hätten entsprechende Sendungen erhalten, die aber durch den Secret Service entdeckt worden seien. Das Gebäude in New York ist mehr als 200 Meter hoch, auf 55 Stockwerken befinden sich neben der Zentrale von CNN auch die Geschäftsräume des Konzerns AOL Time Warner, etliche Büros und ein Hotel. Er soll aber auch Beziehungen nach New York haben, wo er seiner Polizeiakte zufolge auch geboren wurde.

Trump sagte am Abend, er sei über die Festnahme informiert worden. "Die Medien stehen auch in der Verantwortung, einen zivilisierten Ton zu setzen und die endlosen Anfeindungen sowie die ständigen negativen und oft falschen Angriffe und Geschichten zu stoppen", sagte er auf einer Wahlkampfveranstaltung. Sicherheitsexperten sagten, ihr Ziel sei es möglicherweise gewesen, Angst zu verbreiten und nicht zu töten.

Noch ist völlig unklar, wer hinter den Paketbombensendungen steckt. Doch die US-Behörden zeigten sich überzeugt, den Richtigen gefasst zu haben. CNN berichtete außerdem, das Paket mit der Bombe sei an den ehemaligen CIA-Chef John Brennan adressiert gewesen.

Zehn Tage vor den US-Kongresswahlen streiten Anhänger und Gegner Trumps nun über die Ursachen und Hintergründe der Anschlagsversuche. "Ich hoffe, es macht Trump klar, dass es kontraproduktiv ist, wie er sich bislang verhalten hat". Insgesamt wurden bisher zwölf Briefbomben gefunden - adressiert an prominente Kritiker Trumps.

Der Absender mehrerer Briefbomben in den USA handelte nach Einschätzung von New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo wohl allein. Trump verurteilte ebenso wie sein Vize Mike Pence die "versuchten Anschläge" auf "Obama, die Clintons, CNN und andere" als abscheulich. Gemeint ist nach wie vor Hillary Clinton.

Bürgermeister de Blasio spricht von einem Terrorakt.

Es gibt weder Bekennerschreiben noch ein wirkliches Motiv.

Ein ähnliches Bombenpaket erreichte die Poststelle des Kongresses in Maryland, adressiert an die Demokraten-Politikerin Maxine Waters aus Kalifornien. Indirekt hatte er die Medien und ihre kritische Berichterstattung mitverantwortlich gemacht für die Straftaten. Selbst heute stimmten sie den Schlachtruf an, der auf keiner Trump-Veranstaltung fehlen darf: "Lock her up - sperrt sie ein!"

Weniger als zwei Wochen vor der Kongresswahl ist die politische Stimmung besonders aufgeheizt.

Präsident Trump werde derzeit umfassend über die Vorgänge unterrichtet. Das sei möglich, sagt der Präsident. Distanzierung kamen auch von First Lady Melania Trump, dem republikanischen Speaker Paul Ryan und Senatsführer Mitch McConnell.

Mit den zwei neu aufgetauchten mutmasslichen Briefbomben hat sich die Zahl der verdächtigen Sendungen auf zwölf erhöht.

Wie Beamte der Sicherheitsbehörden der Nachrichtenagentur AP sagten, waren die Paketbomben mit Timern und Batterien ausgestattet, jedoch nicht wie Vorrichtungen mit Sprengfallen gebaut, die bei der Öffnung explodieren. Zu den Empfängern und Empfängerinnen zählen neben James Clapper und Cory Booker der früheren demokratische US-Präsident Barack Obama, die Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton, der Milliardär George Soros, Obamas früherer Justizminister Eric Holder, Ex-Vizepräsident Joe Biden und der Schauspieler Robert de Niro.

Aktivisten, die der Demokraten-Partei nahestehen, schlossen sich der Kritik schnell an und griffen Trump in den sozialen Netzwerken mit dem Hashtag "MAGAbomber" an.

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