Vermisster Reporter: Türkei will Konsulat durchsuchen

Erdogan ging am Montag bei einem Besuch in Ungarn auf den Fall ein und sagte, das Königreich könne sich nicht damit herausreden, dass Dschamal Chaschukdschi in das Konsulat in Istanbul herein- und später auch wieder herausgegangen sei. Das müsse auch bewiesen werden.

Die Türkei hat am Dienstag von Saudi-Arabien die Zustimmung erhalten, das Istanbuler Konsulat zu durchsuchen, doch fand die Durchsuchung bisher nicht statt.

Den Mordvorwurf dementierte ein Vertreter des saudischen Konsulats über die saudische staatliche Nachrichtenagentur SPA.

Türkische Ermittler haben den Verdacht geäußert, dass Khashoggi, der seit September 2017 in den USA im Exil lebt, am 2. Oktober bei einem Besuch im Konsulat seines Heimatlandes in Istanbul vergangene Woche von Saudi-Agenten ermordet wurde.

Washington.In der Affäre um den vermissten saudischen Journalisten Dschamal Chaschukdschi bringen Medienberichte die saudische Führung weiter unter Druck. Die Chefredakteurin des britischen Magazins Economist hat ihre Teilnahme bereits abgesagt, genau wie der Chef des US-Medienkonzerns Viacom, Bob Bakish, der auf der Konferenz sprechen sollte. Den schon nach kurzer Zeit von türkischer Seite erhobenen Vorwurf, der Regimekritiker sei im Konsulat ermordet worden, weist Saudi-Arabien zurück.

Am Freitag ist eine offizielle Delegation aus Saudi-Arabien in der Türkei eingetroffen.

Freunde und Menschenrechtsaktivisten versammeln sich am Montag vor dem saudiarabischen Konsulat in Istanbul und fordern die Freilassung von Jamal Khashoggi. Demnach wurden in Riad schon vor dem Verschwinden des regimekritischen Journalisten Pläne geschmiedet, den 59-Jährigen gefangen zu nehmen und zu verhören - oder sogar zu töten. US-Außenminister Mike Pompeo forderte Saudi-Arabien auf, den Fall umfassend aufzuklären. Er verfüge über enge Beziehungen zur saudischen Königsfamilie.

US-Präsident Donald Trump nannte das Verschwinden Chaschukdschis einen "furchtbaren, furchtbaren Präzedenzfall".

Videoaufnahmen sollen Khashoggi bei dem Betreten des saudischen Konsulats zeigen.

US-Präsident Donald Trump sagte dem Sender Fox News am Donnerstag: "Wir wollen herausfinden, was passiert ist". Diese Informationen seien ein weiteres Indiz, das nahelege, dass das saudische Regime in das Verschwinden des Journalisten verwickelt sei, schrieb die Zeitung. Türkische Behörden haben erklärt, der für die US-Zeitung "Washington Post" arbeitende Journalist habe das Konsulat nicht verlassen.

Nach Informationen von "Sabah" checkten die 15 Saudiaraber in zwei Luxushotels in Istanbul ein, kehrten jedoch noch am Abend über Dubai und Ägypten nach Saudi-Arabien zurück. "Im Moment weiss niemand etwas darüber, aber es kursieren einige böse Geschichten". Seine Verlobte wartete nach eigenen Angaben stundenlang vor dem Eingang auf ihn. Friedman, der Kronprinz Mohammed in seinen bisherigen Artikeln als mutigen Reformator lobte, schrieb nun eine kritische Kolumne.

Der mächtige Kronprinz Mohammed bin Salman hat weitreichende Reformen eingeleitet, zugleich aber die Repression gegen Kritiker verschärft.

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