CDU-Vorsitz: AKK-PK zur Kandidatur am Mittwoch

Waren Sie überrascht von dem Zeitpunkt, zu dem Angela Merkel ihren Rückzug vom CDU-Vorsitz verkündet hat, Frau Kramp-Karrenbauer? Einer Umfrage des ZDF-Politbarometers zufolge hat Kramp-Karrenbauer etwas bessere Chancen als Merz, Merkels Nachfolge als Parteivorsitzende anzutreten.

Kramp-Karrenbauer betonte, dass sie den Kampf um den Parteivorsitz nicht gegen andere Bewerber führen wolle. "Jede Zeit hat ihre Herausforderungen", sagte sie. Sie will anknüpfen an das, was die Partei in der Zeit Merkels erreichte und zugleich neue Zeichen setzen in - wie sie sagt - Inhalt und Stil. Das Verfahren biete die Rahmenbedingungen "für einen fairen, demokratischen Wettbewerb" um den Parteivorsitz, den Merkel nun mehr als 18 Jahre inne hat. Nachdem ihn der CDU-Kreisverband Fulda offiziell nominierte, stieg er am Mittwoch vom Bewerber zum Kandidaten auf. Die deutsche Bundeskanzlerin pflegte ihre Entscheidungen in kleiner Runde zu fällen und ihre Partei dann vor vollendete Tatsachen zu stellen. Und wie sie dann in über 40 Begegnungen mit Parteigremien vor Ort den Stolz, den Frust, die Sorge und die Verunsicherung der Partei gespürt habe.

Klöcker erinnerte dabei an einen Ausspruch des früheren Kanzlers und CDU-Vorsitzenden Helmut Kohl: Die Christdemokraten müssten für die Krankenschwester ebenso wählbar sei wie für den Chefarzt. Man müsse das Vertrauen der Bürger in den Staat wieder stärken.

Die Europäische Union müsse wieder stark gemacht werden. Für die derzeitige Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer würden 27 Prozent stimmen, für Gesundheitsminister Jens Spahn 13 Prozent. Aber das Thema sei da.

Vor der Wahl der neuen Parteiführung will die CDU voraussichtlich acht Regionalkonferenzen abhalten. Man müsse damit umgehen. Aber es werde daran gearbeitet, dass sich 2015 nicht wiederhole.

In einem Telefonat mit Merkel, das nach SPIEGEL-Informationen Anfang der Woche auf Wunsch von Merz stattfand, signalisierte der ehemalige Fraktionschef der Kanzlerin, dass er sich um eine gute Zusammenarbeit bemühen werde, heißt es in CDU-Kreisen. Beide will Kramp-Karrenbauer einbinden, falls sie sich durchsetzt.

Die fünfköpfige Familie lebt heute im beschaulichen Püttlingen, der Heimatstadt von Annegret Kramp-Karrenbauer. Die CDU-Frau antwortete um die Ecke: "Man muss das für sich mit klarhaben, dass das passieren kann, wenn man Vorsitzende der CDU werden würde".

Eine Empfehlung der einflussreichen NRW-CDU für einen der Kandidaten ist aber nicht zu erwarten. Das beschloss der Landesvorstand am Dienstagabend in Düsseldorf. NRW hat beim Bundesparteitag mit fast einem Drittel der gut 1000 Delegierten besonders großes Gewicht. Die SPD dagegen, die stehe seiner "Einschätzung nach vor einem scharfen Linksruck". Drei Namen standen schnell an der Spitze. Bei den acht geplanten Regionalkonferenzen würden die Unterschiede zwischen ihm und Merz deutlich werden.

Unterdessen wurde bekannt, dass Merz Kanzlerin Merkel im Falle seiner Wahl zum CDU-Chef Unterstützung versprochen hat.

Wenn man alle Befragten betrachtet, so erhält Kramp-Karrenbauer der Umfrage zufolge 31 Prozent, während Merz nur auf 25 Prozent kommt.

Merz äußerte sich auch zu den Steuer-Ermittlungen gegen den Vermögensverwalter Blackrock, bei dem er Aufsichtsratschef ist. Bei dem Vermögensverwalter gab es am Dienstag nach Informationen der "Bild"-Zeitung Durchsuchungen in München". Deutschland habe eine "bleierne Zeit erlebt", darin "wie die Regierung die ersten Monate gestaltet hat". Twitter-Nutzer Pascal Striebel etwa schreibt: "Da darf sich Annegret Kramp-Karrenbauer exklusiv bei Illner vorstellen und mit der Verteidigung ihrer reaktionären Position zur Ehe für alle jegliche Sympathien verspielen".

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