CDU-Wechsel - Merkels Rückzug bringt auch AfD in Sachsen in Zugzwang

Am Dienstag meldete dann auch Merz, dem eine angespannte Beziehung zu Merkel nachgesagt wird, seinen Anspruch an.

"Wir brauchen Aufbruch und Erneuerung". Zunächst will die Parteiführung die Koalitionsverhandlungen mit den Freien Wählern abschließen. "Der neue CDU-Bundesvorsitzende muss ein klares Profil und Haltung zeigen und die Fähigkeit besitzen, enttäuschte Wähler zurückzugewinnen", sagt Amthor. Er werde sich dafür einsetzen, dass Politikverdrossene wieder für Politik begeistert werden.

Der Usinger CDU-Chef Matthias Drexelius ("Es war ein richtiger Schritt von Merkel, und es war gut, dass er jetzt so schnell erfolgte") begrüßt, dass die CDU-Delegierten mehrere Bewerber zur Auswahl haben: "Das ist Demokratie". Von Stefan Braun mehr. Für Kramp-Karrenbauer sprechen sich den Meinungsforschern von Insa zufolge 16,2 Prozent aus, für Spahn lediglich 8,2 Prozent. Sie wolle aber bis 2021 Kanzlerin bleiben. Damit würde er nach einer 18 Jahre langen Ära auf Angela Merkel folgen.

Inzwischen ist klar, dass der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Laschet sich nicht um die Nachfolge von Angela Merkel an der Spitze der Bundes-CDU bewerben wird.

"Merkel war unsere beste Wahlkampfhelferin", sagt AfD-Chef Jörg Meuthen. Für Weber, sollte er noch die ihm nachgesagten Ambitionen auf den Parteivorsitz haben und sich nicht in eine Absprache fügen, dürfte es schwer werden.

Neben Merz kandidieren die Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer und der junge Gesundheitsminister Jens Spahn. Merz betonte, alle drei seien im Gespräch miteinander. Die Delegierten können sich auf einen "belebenden und lebhaften Streit" um den künftigen Kurs freuen. Er könne sich vorstellen, dass sich alle drei Kandidaten in Regionalkonferenzen der Diskussion mit den Mitgliedern stellen.

Aufgrund der Erfahrung in Politik und Wirtschaft sei Merz der "perfekte Kanzlerkandidat", sagte Schmitt. Seit April 2000 heisst die Parteichefin Angela Merkel. Debattieren. Entscheiden. Die Botschaft: "Ich will einen Neustart. Und zwar so, wie wir beide es dann gemeinsam beurteilen".

Siegbert Droese, Bundestagsabgeordneter und Landesvize der sächsischen AfD, sieht deshalb auch keinen Grund, die Strategie für die nächstes Jahr anstehenden Landtagswahlkämpfe in Thüringen, Brandenburg und Sachsen jetzt neu zu justieren.

Kritik an seiner bisherigen Aufsichtsratstätigkeit für den Vermögensverwalter Blackrock in Deutschland wies der Sauerländer zurück. Sollte Söder weiter Nein sagen, wäre Manfred Weber ein heißer Kandidat für den Vorsitz.

Mittwoch, 31. Dezember: Der Rückkehrer von der Seitenlinie lädt zur 20-minütigen Pressekonferenz im Bundespresseamt ein, dieses vertippt sich in der Einladung an die Journalisten und schreibt seinen Namen falsch.

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