Dortmund ringt Bayern im Schlager mit 3:2 nieder

Doch für BVB-Berater Matthias Sammer wird Schwarz-Gelb derzeit überschätzt. "So wie der BVB spielt, wäre es arg vermessen, das nicht für realistisch zu halten".

BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke hat nach der Bundesliga-Partie zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern (3:2) von der spielerischen Qualität beider Mannschaften geschwärmt und den Serienmeister gelobt. Und für die Bosse des FC Bayern München kam es sogar noch dicker. "Aber die Bayern schwächeln nicht". Beim Siegtor für Dortmund verloren sie vorne links den Ball und hechelten dann planlos hinterher, Trainer Niko Kovac konstatierte entgeistert: "Da hätten wir als erfahrene Mannschaft anders agieren müssen".

"Wir haben guten Grund - und das ist auch nötig -, aufgrund der Leistungen der letzten Wochen selbstbewusst in das Spiel zu gehen", meinte Zorc. Bayern hat nun bereits sieben Zähler Rückstand auf den BVB. "Da frage ich mich, was in den Spielern vorgeht", sagte Ex-Bayern-Tormann Oliver Kahn nach einem langen Kopfschütteln im ZDF-Sportstudio: "Man muss sich doch nachher nicht hinstellen und sagen, man war krank".

Das war nicht abzusehen gewesen nach der Anfangsphase, die die Münchener deutlich dominiert hatten. Reus (49., Foulelfmeter/67.) glich zunächst die zweimalige Führung der Gäste durch Robert Lewandowski (26./52.) aus, ehe Super-Joker Paco Alcacer (73.) zum Sieg traf. Ihren Münchner Widersachern, in der Startelf im Schnitt knapp vier Jahre älter als der BVB, ging zunehmend die Puste aus. Wir sind stolz auf die momentane Situation", sagte er: "Aber es sind noch so viele Spiele zu spielen: "Alle auf dem Teppich bleiben".

Marco Reus (l.) ist in bestechender Form. In der Jugend schickte ihn der BVB weg, erst nachdem er bei Borussia Mönchengladbach den Durchbruch zum Profi geschafft hatte, korrigierten die Dortmunder ihren Fehler. "Und darum klappt das auch". Sein Musterschüler ist der spanische Nationalspieler Paco Alcacer, der in 218 Bundesligaminuten für die Borussen acht Treffer erzielte und den Rekord des Hamburgers Charly Dörfel aus dem Jahr 1963 (519 Minuten) pulverisierte. Trainer Lucien Favre sprach von einem "verrückten Spiel", Kapitän Marco Reus von einer "geilen Partie" und Sportdirektor Michael Zorc von einem "Riesensieg". Nach der Niederlage der Bayern in Dortmund ist der aktuelle Meister nur auf Platz fünf, da RB Leipzig und Eintracht Frankfurt noch am Kovac-Team vorbeigezogen sind.

Favre nahm dies vergnügt zur Kenntnis, der 61-Jährige war geradezu aufgekratzt. Nur am Geburtsjahr will es Hoeneß aber ohnehin nicht festmachen.

Doch auch Favre hatte mahnende Worte parat: "Wir werden weiter von Spiel zu Spiel denken", sagte er.

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