Ex-First Lady: Michelle Obamas Memoiren brechen alle Rekorde

Vor neun Jahren legte Michelle Obama Queen Elizabeth II. aus einer emotionalen Situation heraus den Arm um die Schulter - und beging damit einen großen Fauxpas. Darin rechnet die ehemalige First Lady auch mit Donald Trump ab - und nicht nur das. Obama wirft dem Präsidenten eine scheinheilige und geradezu gefährliche Kampagne gegen ihre Familie vor. Neben ihrer Arbeit im Weißen Haus und ihrem ungewöhnlichen Lebensweg spricht die 54-Jährige erstmals offen über Fehlgeburt und künstliche Befruchtung. Sie setzte ihre Rolle auch dafür ein, durch das Tragen ihrer Outfits auf amerikanische Designer aufmerksam zu machen, ebenso wie auf afroamerikanische Künstler wie Amy Sherald, die als erste schwarze Künstlerin ein offizielles Präsidentenporträt malte. Sie trat in zahlreichen Talkshows auf, ließ sich interviewen und nahm an Podiumsdiskussion teil.

Ihr Werdegang könnte einem Hollywood-Drehbuch entstammen: Michelle kommt aus einfachen Verhältnissen.

Washington (dpa) - Begleitet von enormem Medienwirbel ist am Dienstag das neue Buch der früheren First Lady Michelle Obama im US-Buchhandel erschienen. Hier einige Highlights aus dem Buch, das am 13. November erschienen ist. Und schaden wird das Buch dem Zukunftsprojekt der Obamas wohl auch nicht: Sie steigen in das Filmgeschäft ein, einen Deal mit Netflix haben sie schon in der Tasche. Plötzlich standen dem Paar Türen zu Kreisen offen, die einer Arbeitertochter und einem Einwandererkind sonst verschlossen bleiben - Obama nennt diese Kreise den "Apparat aus Privilegien und Beziehungen". Ein Jahr später heirateten sie.

Der Leser erfährt viel über die Sorgen und Nöte junger Schwarzer in den USA und auch über den Kampf junger Frauen um Gleichberechtigung.

Michelle Obama geht darin auch mit sich selbst in Kritik und spricht über ihre Ehe. "Und ich wollte alles".

Das befriedigt vor allem den Voyeurismus - und natürlich amüsiert man sich, wenn Michelle schreibt, dass sie Barack zu Beginn "nicht im Mindesten in Betracht zog als jemanden, mit dem ich mich gern verabredet hätte". Seine Botschaft sei "Ich kann dich verletzten und damit davonkommen", schrieb Obama. In "Becoming" fasst sie Stationen ihres Lebens zusammen und findet dabei nicht nur nette Worte für Weggefährten und politische Figuren wie Donald Trump. Dafür enthält nicht nur der Text zu viele Erinnerungen, zu viele Spitzen, zu viele Wertungen auch zur aktuellen und vergangenen Politik.

Es war eine noch nie da gewesene Kampagne über die Staatszugehörigkeit eines US-Präsidenten.

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