Kongresswahlen 2018 in den USA: Hier live im Stream und im TV

Wir haben die wichtigsten Erkenntnisse der Wahl zusammengestellt.

Mit dem Sieg erringen die Demokraten erstmals seit 2010 wieder die Mehrheit im Repräsentantenhaus. Nach aktuellem Auszählungsstand hat die Partei mindestens 222 Sitze sicher. Eine Hürde, die angesichts der gewachsenen Mehrheit der Republikaner niemals zu nehmen sein wird.

Washington (Reuters). US-Präsident Donald Trump muss nach der Niederlage seiner Republikaner bei der Wahl zum Repräsentantenhaus mit stärkerem Gegenwind rechnen.

Auch der österreichische Standard kommentiert die "kleine blaue Welle" zurückhaltend: "Ein wirklicher Triumph sieht anders aus". Gleichzeitig versprach sie, dass die Demokraten im neugewählten Kongress "auf Lösungen hinarbeiten werden, die uns zusammenbringen, weil wir alle genug von Spaltung haben". Zugegebenermaßen, die Ausgangslage war schwer. Hier schnitten die Republikaner durchaus beachtlich ab, auch wenn nur 35 der 100 Senatsposten zur Wahl standen. Laut NBC kommen die Republikaner jetzt auf 53 der 100 Sitze - ein Zuwachs von zwei Sitzen. Anfänglich hatten die Märkte in Japan und China noch mit Gewinnen auf die sich andeutende Teilniederlage der Republikaner bei der Kongresswahl reagiert. Sie schafften es allerdings nicht ihre beiden schwarzen Kandidaten in Florida und Georgia, Andrew Gillum und Stacy Abrams über die Ziellinie zu bringen.

Besonders bei Gesetzgebungsverfahren auf Bundesebene wird es Trump von nun an schwer haben: Damit ein neues Gesetz in Kraft tritt, müssen sowohl das nun demokratisch beherrschte Repräsentantenhaus als auch der republikanisch dominierte Senat zustimmen. Sie ziehen beide für die Demokraten ins Parlament ein. Die Mehrheit im Repräsentantenhaus reicht den Demokraten allerdings, um dem Präsidenten seine zweite Amtshalbzeit erheblich zu erschweren.

Auch der Transatlantik-Koordinator der Bundesregierung, Peter Beyer, dämpfte Hoffnungen auf eine grundlegende Änderung von Trumps Außenpolitik nach der Wahl. US-Präsident Donald Trump zeigte sich sehr zufrieden. Nach den grossen Städten verlieren die Republikaner zunehmend auch die Vororte, während sie in den ländlichen Regionen dominant bleiben. Seine Gegner warfen ihm vor, gesellschaftliche Gräben zu vergrößern und das politische Klima zu vergiften. Es ist der Trump-Effekt: Die politische Leidenschaft ist wiedererwacht, Wählerinnen und Wähler wurden mobilisiert, wie man es seit Jahrzehnten nicht mehr erlebt hat. Elf Menschen starben bei einem antisemitisch begründeten Amoklauf in einer Synagoge.

Aber es ist nicht schwer, sich auszumalen, wie Trump die neue Konstellation rhetorisch verarbeiten wird. Welche Partei man favorisiert, ist in den USA dann vor allem eine Frage von Hautfarbe und Geschlecht.

Die Republikaner können sich weiterhin verlässlich auf weiße Männer, die Landbevölkerung, religiöse und ältere Wähler stützen.

Man kann sich außerdem schon jetzt darauf einstellen, dass Trumps Steuererklärung, bisher geheime Verschlusssache, ans Tageslicht gezwungen wird. "Die Demokraten selbst sind tief gespalten, was die Iran-Sanktionen angeht". Einige haben sich bei den Midterm-Wahlen in den Vordergrund gedrängt. Während Progressive, wie die frisch-gewählte Alexandra Ocasio-Cortez aus New York, auf ein Impeachment drängen, plädieren Moderate wie Jamie Raskin für Umsicht.

Der Dollar ist nach den US-Kongresswahlen etwas unter Druck geraten.

In Fort Wayne im US-Bundesstaat Indiana sagte Trump, die Demokraten seien eine Gefahr für die Wirtschaft und die Zukunft des Landes. Dass auch Hoffnungsträger nicht immer gewinnen müssen, zeigt Beto O'Rourke.

Zu Siegern im Rennen um Senatsposten aufseiten der Demokraten zählen unter anderem auch der parteilose Senator Bernie Sanders, der meist mit den Demokraten stimmt.

Schon 2010 hatten die Demokraten zur Mitte von Obamas erster Amtszeit das Repräsentantenhaus verloren. Ohnehin wird das Repräsentantenhaus weiblicher denn je. Sie sind Vertreter aus den Bundesstaaten - je nach Größe haben die Bundesstaaten mehr oder weniger Abgeordnete.

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