Merz will kein "Anti-Merkel" sein

Diese Retourkutsche der AfD ließ nicht lange auf sich warten: Kaum hatte Friedrich Merz die Partei als "offen nationalsozialistisch" bezeichnet, wird ein Strategiepapier der AfD zum Umgang mit dem Anwärter für den CDU-Vorsitz bekannt. Merz ruft das Ziel aus, "wenigstens die Hälfte der AfD-Wähler zurückzuholen", die die CDU zuletzt in diese Richtung verloren hat, weil sie ihnen keine politische Heimat mehr gewesen sei. Experten gehen davon aus, dass Merz als Vorsitzender die CDU wieder ein ganzes Stück nach rechts rücken wird. Für Annegret Kramp-Karrenbauer, Friedrich Merz und Jens Spahn sind die Vorstellungskonferenzen die Chance, sich und ihre Ideen für die Zukunft der CDU vorzustellen und die Temperatur an der Basis zu fühlen. Soll die Partei sich stärker zur bürgerlichen Mitte hin orientieren und sich einer möglichen Koalition mit den Grünen öffnen?

Ein ähnliches Bild zeigt sich, wenn man nach der Eignung als Bundeskanzler fragt: 41 Prozent halten Annegret Kramp-Karrenbauer dafür geeignet und 35 Prozent für nicht geeignet.

Kruse sagte, er habe sich noch nicht festgelegt, wer seine Stimme bekommt bei der Wahl zum CDU-Parteivorsitz Anfang Dezember in Hamburg. Für die CDU ist es ein Novum, dass es mehrere Bewerber für den Vorsitz gibt. "Für Deutschland", sagt Spahn in dem professionell produzierten Videoclip. Die drei Politiker wollen sich beim Parteitag für die Nachfolge von Merkel im Amt des CDU-Bundesvorsitzenden bewerben.

Zugleich warnte Kramp-Karrenbauer die SPD davor, Neuwahlen zu provozieren.

Zusammen mit dem früheren Unionsfraktionschef Friedrich Merz wollen sie sich am Nachmittag bei der Frauen-Union in Berlin präsentieren.

Der Vorstand der CDU-Frauenvereinigung hatte sich zuvor bereits klar für Kramp-Karrenbauer ausgesprochen.

Nachdem Friedrich Merz in mehreren Umfragen besonders gut abgeschnitten hat, sieht das ZDF-Politbarometer nun Annegret Kramp-Karrenbauer vorne. Der 38-Jährige wurde am Freitag von seinem Kreisverband im münsterländischen Borken einstimmig nominiert. Der Publizist, ehemals Chef der Bild, glaubt, dass die Genossen eine Hürde aufbauen würden, über die die CDU nicht springen könne - ein Fehler, müsse die Partei doch versuchen, sich innerhalb der GroKo zu stabilisieren. Merkel will bis zum Ende der Wahlperiode Kanzlerin bleiben, aber nicht noch einmal kandidieren.

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