Trump bietet Demokraten die Zusammenarbeit an

Die US-Demokraten haben bei den Halbzeitwahlen die Kontrolle über das Repräsentantenhaus übernommen und Präsident Donald Trump einen Schlag versetzt. Damit hat Donald Trump das Feld abgesteckt, auf dem er seine Wiederwahl gewinnen will. Umso grösser ist die Herausforderung für die Demokraten, ihn 2020 zu schlagen. "Wenn die Demokraten es darauf anlegen, können sie die Ausschüsse in Quasi-Untersuchungsausschüsse gegen Trump verwandeln", sagt Jäger. Im Anschluss an die Wahlen dürfte sich die Situation jedoch bald wieder entspannen und Anleger an Vertrauen gewinnen. Trump hatte ihn in den vergangenen Monaten immer wieder kritisiert.

Mehr noch: Seine Schwäche ist entblößt. So richtig klar ist dies nicht nach einem Wahlabend, der bei ihm und seinen Gegnern gemischte Gefühle erzeugt haben muss. Die 29-Jährige zieht als jüngste Abgeordnete der US-Geschichte ins Repräsentantenhaus ein.

Ein Wähler gibt in Aspen, Colorado seine Stimme ab (Symbolbild).

Als Fazit lässt sich ziehen: Trotz der Niederlage im Repräsentantenhaus kann Trump mit dem Ergebnis tatsächlich gut leben. (Bild: EPA/Michael Wyke, Houston, Texas, 6. November 2018) Mitt Romney, Republikanischer Senator von Utah und früherer Präsidentschaftskandidat, nach seinem Wahlsieg.

Ähnlich wie die Republikaner hatten es offenbar auch die Demokraten verstanden, große Teile ihrer Wählerschaft erfolgreich zu mobilisieren. Bislang hatten die Republikaner von Präsident Trump in Mehrheit beide Kammern. Der schon jetzt als ungeduldig und impulsiv geltende US-Präsident muss Frustrationstoleranz aufbauen: Sonst stehen ihm nervenzehrende Jahre bevor.

Der Jubel über die Frauenwelle überdeckt deshalb ein zentrales Problem dieser Wahl: Die Demokraten sind weiblicher, sie sind diverser, sie sind sogar ein wenig linker.

Soll heißen: Sie setzen nicht wie 2012 angekündigt darauf, Minderheiten wie Afro-Amerikaner oder Hispanics in ihr Lager zu holen. Oder müssen sie auf ein bekanntes Gesicht setzen - zum Beispiel auf den früheren Vizepräsidenten Joe Biden?

Überhaupt war es bemerkenswert, wer so alles nach Washington gewählt wurde, insbesondere bei den Demokraten. In den Parlamenten dominierten jedoch bisher weiße Männer.

Lesen Sie auch: "Sanctions are coming" - Donald Trump klaut bei "Game of Thrones". Im Vorfeld zeigen die Prognosen keine klare Richtung. Zwei Jahre nach Trumps Sieg bei der Präsidentenwahl war die Abstimmung auch ein Referendum über seine bisherige Amtszeit.

Innenpolitisch könnte es jedoch für Trump unangenehmer werden. Die Stimmung bei den zahlreichen Wahlpartys in Brooklyn - eine demokratische Festung, Hillary Clinton hatte hier ihre Wahlkampfzentrale - war gut, aber keineswegs euphorisch. Trump hat davon bereits häufig Gebrauch gemacht - und wird das wohl auch in Zukunft tun. Diese Parlamentskammer ist für Trump wichtiger, weil die republikanischen Senatoren damit Impeachment-Versuche der Demokraten abwehren können. Denn schließlich zählt nur ihr persönliches politisches Überleben. Der Senat bewegte sich mit mindestens plus vier Sitzen deutlich auf den Präsidenten zu, während sich das Repräsentantenhaus mit mindestens minus 35 Sitzen so deutlich von ihm entfernte. Sie können per Subpoena die Herausgabe von Dokumenten verlangen, etwa Trumps Steuererklärungen, und Zeugen vorladen.

Vor den Midterms hatte es bitterböse Orakel gegeben. Sie gewannen in den US-Bundesstaaten Kansas und New Mexico. Damit nahmen sie den Republikanern die Kontrolle über die Kongresskammer ab. Das heißt aber auch: Die Kluft, die durch Amerika geht, ist mit der Wahl noch stärker und der Ton noch schärfer geworden. Am Dienstag dann wurden allein fürs Repräsentantenhaus rund 114 Millionen Stimmen prognostiziert, 31 Millionen mehr als 2014.

Es zeigt sich, dass der sogenannte Populismus gar nicht so populär ist, und dass es Frauen aus der Vorstadt nicht allzu sehr mögen, wenn man Familien auseinander reißt und die Gesundheitsversorgung zerschlägt. Laut aktueller Hochrechnung der "New York Times" kommen sie auf 229 Sitze, die Republikaner erhalten demnach 206 Sitze. Die Kolumne wurde jedoch von Paul Krugman verfasst.

Ausgabe: