Trump in Paris mit Macron zusammengetroffen

Auf der Waldlichtung liegt seit den 1920er Jahren eine große Granitplatte mit der französischen Inschrift: "Hier unterlag am 11. November 1918 der verbrecherische Hochmut des Deutschen Reiches, besiegt von den freien Völkern, die zu unterjochen es beansprucht hatte".

Knapp 70 Staats- und Regierungschefs, darunter US-Präsident Donald Trump und der russische Staatschef Wladimir Putin, hatten eine Einladung Macrons zu der Feier am Pariser Triumphbogen angenommen. Am Ende des 2. Weltkrieges dann wurde der Waggon im alliierten Bombardement zerstört.

US-amerikanische West-Point-Kadetten stehen vor der Gedenkveranstaltung am Triumphbogen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel wird am Nachmittag nach Frankreich reisen.

Das Spitzentreffen in Paris sei spannungsgeladen, meinten Diplomaten. Seine Worte schienen auch an US-Präsident Donald Trump gerichtet zu sein, der mit versteinertem Gesicht zuhörte. "Ich denke, die andauernde Lehre (des Ersten Weltkriegs) ist für die Vereinigten Staaten, dass man bei der Entwicklung hin zu einer Weltmacht auch Interessen weltweit zu schützen hat". Merkel dankte Macron für die "sehr symbolische Geste" und nannte ihren Besuch "bewegend". Sie bezeichnete den Handschlag mit Macron als "fantastisch" und wandte sich danach Merkel zu. Als Macron Trump im Juli 2017 in Paris empfing, schüttelten die Männer fast 30 Sekunden lang die Hände, während sie mit ihren Ehefrauen auf den Champs-Élysées liefen.

Vor ihrem bilateralen Gespräch zeigten Macron und Trump vor Fotografen mit dem Daumen nach oben. Der Elysee-Palast wollte die Tirade des US-Präsidenten nicht kommentieren. Zumindest nicht an solch einem Gedenktag, auch wenn er Millionen von Opfern galt.

Der Weltkrieg gilt als ein Wendepunkt der neueren Geschichte. - May wird an der Gedenkfeier in Paris nicht teilnehmen, weil es auch in London eine Zeremonie geben wird (9. November). Das Pariser Friedensforum hat Macron zufolge das Ziel, "nach dem Weltkriegsgedenken ein Zeichen für die Gegenwart zu setzen", für Multilateralismus in der internationalen Politik zu werben und deutlich vor Nationalismus und Populismus zu warnen. Sie wollen an den Gedenkfeiern zum Ende des Ersten Weltkriegs vor einhundert Jahren teilnehmen. Er werde mit Trump über seinen Vorschlag einer europäischen Armee und über ein Europa sprechen, "das einen grösseren Teil der gemeinsamen Lasten in der Nato tragen kann", sagte Macron.

Deshalb fordern einige deutsche Politiker längst einen neuen Impuls für eine stärkere Partnerschaft, wie etwa der FDP-Abgeordnete Alexander Graf Lambsdorff.

Das passiert der Bundeskanzlerin sicher nicht alle Tage: Angela Merkel ist am Wochenende mit der Frau des französischen Präsidenten Emmanuel Macron verwechselt worden.

Doch von seinen Plänen für eine "europäische Armee" will er nicht lassen. Berlin und Paris müssten "auf all diesen Feldern die Führung übernehmen". Der US-Sender CNN untersuchte den Handshake in einer Sekundenanalyse und sah mal Macron, mal Trump im Vorteil. Im Krieg von 1914 bis 1918 wurden fast neun Millionen Soldaten und mehr als sechs Millionen Zivilisten getötet. Die Kaiserreiche Österreich-Ungarn, Deutschland und Russland brachen zusammen.

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