Trump wartet auf neue CIA-Informationen zum Tod Khashoggis

Die Leiche des saudischen Journalisten Jamal Khashoggi könnte nach Einschätzung der türkischen Regierung zerstückelt und in Gepäckstücken außer Landes gebracht worden sein. Zur feinen Ironie von Trumps Äußerung gehört es allerdings, dass die Karrierechancen des MbS, wie der Kronprinz kurz genannt wird, durch eben diese Äußerung nicht unerheblich geschmälert werden.

Port Moresby - Die USA wollen nach den Worten von Vizepräsident Mike Pence die Hintermänner am Mord des saudischen Journalisten Dschamal Khashoggi nicht davonkommen lassen.

Khashoggi war unter ungeklärten Umständen bei einem Besuch des saudischen Konsulats in Istanbul am 2. Oktober verschwunden. Saudi-Arabien hatte erst nach massivem internationalem Druck eingeräumt, dass der Regierungskritiker dort getötet wurde. Erst hieß es, das Ganze sei ein Unfall, dann eine schiefgelaufene Entführung und zuletzt ein geplantes Mordkomplott selbstherrlicher Geheimdienstler hinter dem Rücken des Kronprinzen Mohammed bin Salman. Die CIA sei zu dieser Schlussfolgerung gekommen, nachdem sie mehrere Quellen ausgewertet habe, darunter ein Telefongespräch zwischen dem Bruder des Kronprinzen und Khashoggi, berichtete die "Washington Post" am Freitag unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen. Das Außenministerium in Washington stellte am Samstag aber klar, dass noch keine abschließende Bewertung im Fall Khashoggi getroffen worden sei. Mit Spannung wurde erwartet, wie sich Trump positionieren würde. Khashoggi lebte in den USA und schrieb etwa für die "Washington-Post". Die USA verhängten Sanktionen gegen 17 saudiarabische Staatsbürger wegen mutmasslicher Verwicklung in die Tat. Saudi-Arabien investiere Milliarden in den Vereinigten Staaten und schaffe hier Hunderttausende Jobs. Trump sagte vor seinem Abflug nach Kalifornien, er sei noch nicht von der CIA über die Einschätzung zur Ermordung Khashoggis unterrichtet worden. Die Medienberichte zur den Verstrickung des saudischen Königshauses wollte er nicht kommentieren. Das Königreich sei ein "großartiger Partner in unserem sehr wichtigen Kampf gegen den Iran" gewesen, hob er hervor.

Die Erklärung trägt den Titel "America First!"

Angesicht dieser vielfältigen Indizien auf eine direkte Beteiligung des Kronprinzen könnte US-Präsident Trump sich gezwungen sehen, weitere Sanktionen gegen den engen Verbündeten ins Auge zu fassen. Pompeos Ressort erklärte, es gebe noch zahlreiche offene Fragen. "Und es steht ihnen frei, das zu tun". US-Präsident Trump hält diese Einschätzung für verfrüht. Trump hob am Samstag allerdings erneut die Bedeutung der Beziehungen hervor. Nach wochenlangen Dementis hatte Saudi-Arabien unter internationalem Druck schließlich zugegeben, dass Khashoggi in dem Konsulat zu Tode kam, dies jedoch zunächst als Folge eines Streits dargestellt.

Tonaufnahmen des türkischen Geheimdienstes zufolge habe die Ermordung etwa sieben Minuten gedauert. "Ich weiß alles, was auf dem Band vorkommt, ohne es hören zu müssen". "Habertürk" berief sich auf Quellen aus Sicherheitskreisen. Anfangs übernahm er die Version Riads, wonach der Mord auf das Konto von Leuten gehe, die Khashoggi nach Saudi-Arabien zurückbringen sollten und dabei ihre Vollmachten überschritten.

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