Kampf um CDU-Vorsitz: Merz kritisiert Migrationspolitik erneut

"Merz: Mein Ziel ist es, AfD-Wähler für die CDU wieder zurückzuholen".

Da war Merz, der im thüringischen Seebach laut darüber nachdachte, das Asylrecht aus dem Grundgesetz zu streichen, nur um am nächsten Tag in Halle zu sagen - "für alle Interessierten noch einmal zum Mitschreiben" -, dass das so nicht gemeint war. Damit könne es gelingen, "unser System zu stabilisieren" und die "politischen Ränder würden wieder schwächer". Die Öffentlichkeit stelle sich die große Frage, wer und was folge, wenn die CDU-Politikerin nicht mehr im Amt sei, schreibt das Magazin. Im Vorfeld positionieren sich die Kandidaten. Dennoch ist sie wichtig für Merz. Er ist CDU-Chef in Bürstadt, stellvertretender Kreisvorsitzender seiner Partei, war fünf Jahre Mitglied des Kreistags Bergstraße und gehört seit über 20 Jahren der Stadtverordnetenversammlung seiner Heimatstadt an.

Auch EU-Kommissar Günther Oettinger hat sich festgelegt. Dass sie dies alles aufgab und sich zur Generalsekretärin der CDU wählen ließ, nötigte fast allen Parteimitgliedern herben Respekt ab. Und so sagten alle drei Kandidaten der Clan-Kriminalität in Berlin den Kampf an. Beide haben in der CDU-Basis Hoffnungen geweckt - beide drohen die in sie gesetzten Erwartungen zu enttäuschen, wenn sie die Wahl für den CDU-Vorsitz verlieren.

Die Rückkehr von Friedrich Merz in die Politik symbolisiert diesen Rechtsruck. Seitdem war immer schon vor den Parteitagen klar, dass nur einer oder eine antritt und gewinnen wird. Politische Freunde wie Carsten Linnemann von der Mittelstandsvereinigung schwenkten auf Merz um. Er werde im Falle seiner Wahl zum Parteivorsitzenden die Regierung mit voller Loyalität unterstützen. "Sodass er als Hoffnungsträger wiederkommen kann und sagen kann: "Mit mir wird das jetzt anders".

Die frühere Ministerpräsidentin verwies damit indirekt auf ihren Erfolg bei der Landtagswahl im Saarland im März 2017 - trotz des damaligen Höhenflugs der SPD in Umfragen unter ihrem damals frisch gekürten Kanzlerkandidaten Martin Schulz und des unionsinternen Streits um die Flüchtlingspolitik.

Rückendeckung erhielt Merz aus der Wirtschaft in Schleswig-Holstein.

Auch die Saarländerin versammelt populäre Unterstützer hinter sich. "Sie hat ihren Job als Generalsekretärin ausgesprochen gut gemacht", erklärte er in dieser Woche. Frauen klatschen besonders viel für Kramp-Karrenbauer. Mit Friedrich Merz und Jens Spahn gibt es gleich zwei Kandidaten aus dem Bundesland.

Nach aufregenden Jahren als gefragtes Kanzlerinnen-Double sehnt sich die Doppelgängerin von Angela Merkel nach weniger Rampenlicht. Er hat noch viele Berufsjahre vor sich, in denen er einen neuen Anlauf auf die Parteispitze und das Bundeskanzleramt machen kann.

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